Web 2.0 als Herausforderung für Pädagogen
Fachtagung von LMS und Jugendserver Saar
Saarbrücken, 15. Oktober 2009: Rund 70 Pädagoginnen und Pädagogen aus unterschiedlichsten Arbeitsfeldern folgten der Einladung der Landesmedienanstalt Saarland und des Jugendserver Saar zur Fachtagung „Sozial/Digital – Web 2.0 und Social Communities als Herausforderung für Pädagogen“.
„Medienkompetenz in Social Communities wie Wer-kennt-wen ist nicht nur eine Frage des technischen Könnens. Genauso wie auf dem Schulhof oder in einem Jugendzentrum geht es im digitalen Netz auch um soziale Fertigkeiten.“ Mit diesem Statement wies Holger Meuler, der Vorsitzende des Landesjugendrings, die Richtung der Fachtagung.
Karin Bickelmann, Leiterin des MedienKompetenzZentrums der Landesmedienanstalt Saarland wies darauf hin, dass die Online-Communities längst im Alltag der meisten Jugendlichen angekommen seien. „Pädagogen müssen sich der Risiken solcher Netzwerke bewusst sein, sie sollten aber auch die Chancen und kommunikativen Potentiale der so genannten Social Communities kennen lernen“, so Bickelmann.
„Eine Übersicht über die Nutzung der neuen Medien und des Internets vermittelte Thomas Rathgeb vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest, der jährlich die repräsentative JIM-Studie (Jugend. Information, (Multi)Media)* veröffentlicht. So seien schon jetzt 84% der jugendlichen Internetuser in Web 2.0-Angeboten unterwegs. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren nutzt regelmäßig Online-Communities wie beispielsweise SchülerVZ oder Wer-kennt-wen.“
Auf Gefährdungen wies Michael Weller, Geschäftsführer der Europäischen EDV-Akademie des Rechts hin. Im praktischen Umgang mit solchen Internet-Anwendungen seien oft Urheber- und Persönlichkeitsrechte der Nutzer im Spiel, ohne dass diese genügend darüber informiert seien. Viele wüssten z. B. nicht, dass das Hochladen von Fotos ins Internet meist das Einverständnis der abgebildeten Personen voraussetze.
Dass die Entwicklung im World Wide Web und den sozialen Netzwerken pausenlos voranschreitet, veranschaulichte die Projektleiterin des Jugendserver Saar, Claudia Eisenstein, die neue Web-Trends mit zum Teil exotischen Namen wie Twitter, Aka Aki oder Google Wave vorstellte.
In vier verschiedenen Workshops hatten die Teilnehmer anschließend Gelegenheit, ihr Wissen zu vertiefen. Die Arbeitsgruppen beschäftigten sich unter anderem mit den einzelnen Communities und deren Besonderheiten, diskutierten, wie Jugendliche und Eltern zum Thema „Soziale Netzwerke“ im Sinne einer technischen und sozialen Medienkompetenz fit gemacht werden können und erarbeiten, wie man mit Jugendlichen einen Verhaltenskodex für das virtuelle und das reale Leben aufstellen kann. Denn letztendlich, so die Veranstalter der Tagung, benötige auch die digitale Welt der Jugendlichen Regeln, die alle respektieren, genauso wie auf dem Schulhof, in der Familie, bei Freunden und im Jugendzentrum.
Informationen zu den Inhalten der Tagung sind im Internet unter www.jugendserver-saar.de erhältlich.
Kontakt für Presseanfragen:
Viola Betz
Pressesprecherin / Leiterin des Büros des Direktors
*Die JIM-Studie wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich durchgeführt und befragt ca. 1.000 Jugendliche im Alter von 12-19 Jahren zu ihrer Mediennutzung. 2008 wurden sie erstmals zu Web 2.0 und Social Communities interviewt.


