Ausnahmezustand Offline — Vortrag der SINUS:akademie in der LMS

PM 27/2015

Saar­brü­cken, 10. Dezem­ber 2015: „Das Inter­net zu nut­zen, ist für 98 % der 14‐ bis 24‐Jährigen zur Selbst­ver­ständ­lich­keit gewor­den. Je nach Her­kunft, Bil­dungs­stand oder auch sozia­lem Umfeld wer­den Medi­en mit unter­schied­li­chen Erwar­tun­gen, ver­schie­den häu­fig und in dif­fe­ren­zier­ter Qua­li­tät genutzt“, eröff­ne­te Direk­tor Dr. Gerd Bau­er die gest­ri­ge Ver­an­stal­tung Aus­nah­me­zu­stand off­line über die Medi­en­nut­zung von Jugend­li­chen, zu der die Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land ein­ge­la­den hat­te.

Peter Mar­tin Tho­mas, Lei­ter der SINUS:akademie, gab den rund 60 Teil­neh­men­den einen Ein­blick über die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Medi­en­nut­zung und lebens­welt­li­chem Hin­ter­grund. In die­sem Kon­text stell­te er die U25‐Studie — Kin­der, Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne in der digi­ta­len Welt des Deut­schen Insti­tuts für Ver­trau­en und Sicher­heit im Inter­net (DIVSI) vor. Eine der wich­tigs­ten Erkennt­nis­se: Jugend­li­che tren­nen kaum noch zwi­schen On‐ und Offline‐Zeiten. Inter­net­nut­zung, vor allem mit dem Smart­pho­ne, ist zen­tra­ler Bestand­teil ihres All­tags. Doch Online‐Sein bedeu­tet nicht für jeden Her­an­wach­sen­den das Glei­che. Die Stu­die hat unter­schied­li­che Nutzungs‐ und Ein­stel­lungs­mus­ter her­aus­ge­fil­tert und dar­aus sie­ben Internet‐Milieus abge­lei­tet: Ver­un­si­cher­te (3%), Vor­sich­ti­ge (7%), Ver­ant­wor­tungs­be­dach­te (8%), Skep­ti­ker (10%), Unbe­küm­mer­te (18%), Sou­ve­rä­ne (26%) und Prag­ma­ti­sche (28%). Die Milieu‐Zugehörigkeit der Befrag­ten unter­schei­det sich ent­lang ihrer jewei­li­gen Lebens­wel­ten, ihrer Zugangs­wei­sen zum Netz und ihrer Ein­stel­lun­gen zu Ver­trau­en und Sicher­heit im Inter­net.

Wich­ti­ge Hand­lungs­fel­der sind für Tho­mas neben trans­pa­ren­ten Sicher­heits­ein­stel­lun­gen (z. B. bei Sozia­len Netz­wer­ken) und der Klä­rung von Rechts­fra­gen im Bereich der Urhe­ber­rech­te (z. B. beim Inter­net­strea­ming) vor allem die Schaf­fung von Ver­trau­ens­in­stan­zen, an die sich Jugend­li­che bei Fra­gen zur digi­ta­len Welt wen­den kön­nen bzw. wol­len.
In ihrem Schluss­wort beton­te die saar­län­di­sche Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Nadi­ne Schön zum einen die Not­wen­dig­keit einer kon­ti­nu­ier­li­chen wis­sen­schaft­li­chen Erfor­schung der Medi­en­nut­zung Her­an­wach­sen­der. Zum ande­ren sei es für alle am Erzie­hungs­pro­zess Betei­lig­ten wich­tig, sich mit die­sen Ergeb­nis­sen dif­fe­ren­ziert aus­ein­an­der zu set­zen und Jugend­li­chen Hil­fe­stel­lung beim kri­ti­schen Umgang mit Medi­en zu geben. Schön bedank­te sich abschlie­ßend bei der LMS, die die­sen Pro­zess mit zahl­rei­chen Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten, Pro­jek­ten und Initia­ti­ven schon seit vie­len Jah­ren nach­hal­tig beglei­tet.

Die Stu­die kann abge­ru­fen wer­den unter http://tinyurl.com/divsi-u25.

Foto (LMS/Keller); v.l.n.r.: Gerd Bau­er, Peter Mar­tin Tho­mas, Nadi­ne Schön

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:
Vio­la Betz
Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

 

10. Dezember 2015