Uwe Conradt tritt Amt als Direktor der LMS an

Die Landesmedienanstalten sollen die Sicherung der Meinungsfreiheit verstärkt in den Fokus nehmen und sich für die Medienvielfalt in Deutschland einsetzen.

  • Bei der För­de­rung der Medi­en­kom­pe­tenz sol­len Ent­wick­lun­gen wie die Digi­ta­li­sie­rung und künst­li­che Intel­li­genz stär­ker berück­sich­tigt wer­den.
  • Der Jugend­me­di­en­schutz soll effek­ti­ver gestal­tet wer­den.

 PM 09/2016

Uwe Conradt im BüroSaar­brü­cken, 2. Mai 2016: Uwe Con­radt, LL.M. hat heu­te sein Amt als Direk­tor der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) ange­tre­ten. Er möch­te die bis­he­ri­gen Pro­jek­te und Auf­ga­ben der LMS fort­füh­ren, aber auch neue Schwer­punk­te set­zen.

Con­radt kün­dig­te an, die erfolg­rei­che Arbeit der LMS im Bereich der Medi­en­kom­pe­tenz­för­de­rung fort­zu­füh­ren und auch wei­ter­hin an aktu­el­le Ent­wick­lun­gen anzu­pas­sen. „Die Digi­ta­li­sie­rung und die mit ihr ver­bun­de­ne Kon­ver­genz der Medi­en, aber auch Ent­wick­lun­gen wie die zuneh­men­de Durch­drin­gung des All­tags durch Sys­te­me der künst­li­chen Intel­li­genz ver­stär­ken das Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis in der Bevöl­ke­rung. Durch maß­ge­schnei­der­te Ange­bo­te wol­len wir für die Saar­län­de­rin­nen und Saar­län­der auch in Zukunft DER Ansprech­part­ner in Sachen Medi­en­kom­pe­tenz­för­de­rung sein“, so Con­radt.

Einen Schwer­punkt wird die LMS bei ihren landes‐ und bun­des­wei­ten Auf­ga­ben zur Gewähr­leis­tung der Medi­en­frei­hei­ten und zur Siche­rung der Mei­nungs­viel­falt set­zen. Dabei geht es neben den schwer­punkt­mä­ßig rund­funk­ty­pi­schen regu­la­to­ri­schen Auf­ga­ben im Saar­land auch um die Regu­lie­rung von Platt­for­men, die Siche­rung der Netz­neu­tra­li­tät und die För­de­rung der Anbie­ter­viel­falt im Rah­men ihrer bun­des­wei­ten Auf­ga­ben.

Ob Goog­le, Apple, Sam­sung oder Ama­zon — alle haben sich zu Anbie­tern von Content‐Plattformen ent­wi­ckelt, obwohl sie ursprüng­lich aus ande­ren Berei­chen kamen. Wer Gerä­te her­stellt, die Infra­struk­tur bereit­stellt, das Betriebs­sys­tem auf Gerä­ten von Dritt­an­bie­tern kon­trol­liert oder durch Ana­ly­se von gro­ßen Daten­men­gen (´Big‐Data´) das Nut­zer­ver­hal­ten steu­ert und sein Ange­bot nutzt, um Ein­fluss auf die Medi­en­nut­zung der Men­schen zu neh­men, schränkt damit mög­li­cher­wei­se nicht nur indi­vi­du­el­le Frei­heits­rech­te ein, son­dern ist eine poten­zi­el­le Gefahr für die Mei­nungs­frei­heit als sol­che. Mit Blick auf bestehen­de Pro­blem­la­gen ist es Auf­ga­be der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten, ihren ver­fas­sungs­recht­li­chen Auf­trag zur Gewähr­leis­tung der Mei­nungs­frei­heit ver­stärkt in den Fokus zu neh­men. Es geht dar­um, die aner­kann­te Medi­en­viel­falt in Deutsch­land zu erhal­ten und damit Bedro­hun­gen der Mei­nungs­frei­heit ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten. Hier­zu bedarf es im Ein­zel­fall auch neu­er Kom­pe­ten­zen für die Lan­des­me­di­en­an­stal­ten“, so Con­radt.

Ein Her­zens­an­lie­gen des neu­en Direk­tors ist auch die Durch­set­zung eines effek­ti­ven und kohä­ren­ten Jugend­me­di­en­schut­zes im Inter­net. „Ob Cyber­mob­bing, sexu­el­le Beläs­ti­gung, poli­ti­scher Extre­mis­mus oder ande­re unzu­läs­si­ge und ent­wick­lungs­be­ein­träch­ti­gen­de Inhal­te, die Gefähr­dungs­la­ge ist trotz bestehen­der recht­li­cher Vor­ga­ben sehr hoch. Jugend­me­di­en­schutz ist eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be, die zeit­ge­mä­ße und an der Lebens­wirk­lich­keit ori­en­tier­te Schutz­kon­zep­te braucht. Hier­zu bedarf es einer effek­ti­ve­ren Zusam­men­ar­beit der zustän­di­gen Auf­sichts­be­hör­den, einer auf­ga­ben­ge­rech­ten Aus­stat­tung und einer struk­tu­rel­len Stär­kung“, so Con­radt abschlie­ßend.

Zur Person:

Uwe Con­radt wur­de am 31. März 1977 in Saar­brü­cken gebo­ren. Nach sei­nem wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­um an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des arbei­te­te der Diplom‐Kaufmann von Juli 2003 bis August 2012 als Lei­ter der Abtei­lung für Finan­zen, Ver­wal­tung und Pro­jekt­ma­nage­ment bei der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) und war von 2009 bis 2012 zusätz­lich als Pro­ku­rist der Gesell­schaft zur Medi­en­för­de­rung Saar­land — Saar­land Medi­en — mbH tätig. 2012 absol­vier­te er den Wei­ter­bil­dungs­stu­di­en­gang Medi­en­recht an der Johan­nes Guten­berg Uni­ver­si­tät in Mainz mit dem Abschluss Mas­ter of Laws (LL.M.). Von August 2012 bis April 2016 war Con­radt Abge­ord­ne­ter des Saar­län­di­schen Land­ta­ges und über­nahm dort u. a. die Auf­ga­be des medien‐ und jugend­po­li­ti­schen Spre­chers der CDU Land­tags­frak­ti­on.

Als Direk­tor der LMS ist Con­radt auch Mit­glied der Direk­to­ren­kon­fe­renz der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten (DLM), der Kom­mis­si­on für Zulas­sung und Auf­sicht (ZAK), der Kom­mis­si­on zur Ermitt­lung der Kon­zen­tra­ti­on im Medi­en­be­reich (KEK) sowie des Fach­aus­schus­ses 1 – Regu­lie­rung.

Zudem gehört er seit Juni 2009 dem Stadt­rat der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken und seit 2013 dem Insti­tut für Euro­päi­sches Medi­en­recht e. V. an. 2014 wur­de er dar­über hin­aus in das Netz­werk Medi­en und Regu­lie­rung der CDU Deutsch­lands beru­fen. Uwe Con­radt ist ver­hei­ra­tet und hat drei Töch­ter.

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz
Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

 

2. Mai 2016