Zu dem Spiegel-TV-Beitrag „Saarbrooklyn – Der Randbezirk der Gesellschaft“

PM 18/2019

Saar­brü­cken, 23.07.2019: Der stell­ver­tre­ten­de Direk­tor der LMS, Dr. Jörg Ukrow, hat zu der jüngs­ten Pres­se­be­richt­erstat­tung zu dem Bei­trag wie folgt Stel­lung genom­men:

1. Die Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) lei­tet die zu die­sem am 15. Juli 2019 aus­ge­strahl­ten Bei­trag bei ihr ein­ge­hen­den Beschwer­den an die für die Auf­sicht über das Pro­gramm RTL, in des­sen Rah­men das Fens­ter­pro­gramm „Spie­gel TV“ ver­brei­tet wird, zustän­di­ge Lan­des­me­di­en­an­stalt, die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­me­di­en­an­stalt (NLM), wei­ter. Die LMS selbst ist weder für RTL noch für Spie­gel TV ori­gi­när zustän­di­ge Lan­des­me­di­en­an­stalt.

2. Bei einer Prü­fung, ob eine Sen­dung gegen medi­en­recht­li­che Vor­ga­ben ver­stößt, muss eine Lan­des­me­di­en­an­stalt stets auch Arti­kel 5 Grund­ge­setz beach­ten, der auch eine zuge­spitz­te und pole­mi­sche Dar­stel­lungs­wei­se in Rund­funk­sen­dun­gen grund­sätz­lich schützt.

3. Eine Mög­lich­keit des medi­en­auf­sicht­li­chen Ein­schrei­tens gegen Rund­funk­sen­dun­gen und die hier­für inhalt­lich Ver­ant­wort­li­chen besteht jen­seits werbe- und jugend­schutz­recht­li­cher Fra­ge­stel­lun­gen nur, wenn eine sol­che Rund­funk­sen­dung die in den §§ 10 und 41 Rund­funk­staats­ver­trag for­mu­lier­ten Pro­gramm­grund­sät­ze ver­letzt, die Sen­dung selbst gegen all­ge­mei­ne Geset­ze ver­stößt oder bei der Her­stel­lung und Ver­brei­tung der Sen­dung gegen sol­che all­ge­mei­ne Geset­ze ver­sto­ßen wur­de.

4. Ob ein sol­cher Ver­stoß vor­liegt, wird bei Sen­dun­gen eines bun­des­weit täti­gen Rund­funk­ver­an­stal­ters durch die Kom­mis­si­on für Zulas­sung und Auf­sicht (ZAK) als Organ der zustän­di­gen Lan­des­me­di­en­an­stalt ent­schie­den. Die ZAK setzt sich aus den nach Lan­des­recht bestimm­ten gesetz­li­chen Ver­tre­tern der vier­zehn Lan­des­me­di­en­an­stal­ten zusam­men.

5. Ob ein sol­cher Ver­stoß z.B. gegen die Wahr­heits­pflicht, ver­bun­den mit der Pflicht zur Voll­stän­dig­keit inso­weit, als Aus­las­sun­gen einen fal­schen Ein­druck erwe­cken kön­nen, vor­liegt, ist auch im Lich­te der Rund­funk­frei­heit des Arti­kels 5 GG zu beur­tei­len.

6. Die LMS wird sich gegen­über der NLM für eine rasche Auf­klä­rung des Sach­ver­halts, auch durch Anhö­rung des Ver­an­stal­ters zu den erho­be­nen Vor­wür­fen hin­sicht­lich der Ent­ste­hung des Bei­trags, ein­set­zen“.

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:
Vio­la Betz
Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

23. Juli 2019