LMS-Medienrat setzt sich für Toleranz, Demokratie und Vielfalt in den Medien ein

Konsequent gegen Hass und Hetze

PM 34/2019

Saar­brü­cken, 29. Novem­ber 2019: Mei­nungs­frei­heit und ‑viel­falt blei­ben im digi­ta­len Zeit­al­ter unver­zicht­bar für das demo­kra­ti­sche Zusam­men­le­ben. Aber Mei­nungs­frei­heit ist auch im Zeit­al­ter öffent­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on über eine Viel­zahl neu­er digi­ta­ler Netz­wer­ke nicht schran­ken­los. Fal­sche Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen sind von der Mei­nungs­frei­heit eben­so wenig geschützt wie Hass­kom­men­ta­re und Het­ze im Netz.

Um der­ar­ti­ge Phä­no­me­ne zu bekämp­fen, hat der Medi­en­rat der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) eine Reso­lu­ti­on gegen Hass und Het­ze in den Medi­en ver­ab­schie­det.

Unse­re Rechts­ord­nung im Netz durch­zu­set­zen, ist auch Auf­ga­be der Medi­en­auf­sicht in den Län­dern“, so Prof. Dr. Ste­phan Ory, Medi­en­rats­vor­sit­zen­der der LMS. „Den Gre­mi­en der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten als Ver­tre­tun­gen gesell­schaft­li­cher Viel­falt kommt dabei beson­de­re Bedeu­tung zu. Der Medi­en­rat der LMS wen­det sich des­halb ent­schie­den gegen eine Spi­ra­le des Has­ses und der Het­ze im Netz“.

Der Medi­en­rat der LMS spricht sich in der Reso­lu­ti­on ins­be­son­de­re auch für eine ver­stärk­te Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Lan­des­me­di­en­an­stal­ten und den Antisemitismus-Beauftragten von Bund und Län­dern aus, um anti­se­mi­ti­sche Strö­mun­gen wir­kungs­voll ent­ge­gen­zu­tre­ten.

Dr. Jörg Ukrow, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor der LMS, sieht beim Schutz der Öffent­lich­keit vor Hass und Het­ze im Netz auch Medi­en­platt­for­men und Medi­en­in­ter­me­diä­re in der Ver­ant­wor­tung: „Die Umset­zung der neu­en Richt­li­nie über audio­vi­su­el­le Medi­en­diens­te in ein refor­mier­tes Jugend­schutz­recht von Bund und Län­dern gibt Gele­gen­heit, sozia­le Netz­wer­ke, Medi­en­platt­for­men und Medi­en­in­ter­me­diä­re auch beim Kampf gegen Hass­re­de, Het­ze, Cyber-Mobbing, Fake News und Des­in­for­ma­ti­on stär­ker in den Blick zu neh­men. Mit gro­ßer Markt- und wach­sen­der Mei­nungs­macht geht eine zuneh­men­de Ver­ant­wor­tung die­ser neu­en Medi­en­ak­teu­re für eine grundwerte-sensible Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­fas­sung ein­her“.

Zudem appel­liert die LMS an die Ver­ant­wort­li­chen in EU, Bund und Län­dern, den deut­schen Rats­vor­sitz in der EU 2020 dazu zu nut­zen, einen Euro­päi­schen Akti­ons­plan für Grund­wer­te und Demo­kra­tie zu beför­dern, der dazu bei­trägt, dass digi­ta­le Platt­for­men nicht wei­ter zur Desta­bi­li­sie­rung der euro­päi­schen Demo­kra­ti­en miss­braucht wer­den kön­nen. Ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen und ein­heit­li­che Stan­dards für die Bewäl­ti­gung von Pro­ble­men wie Des­in­for­ma­ti­on und Het­ze im Inter­net zäh­len hier­zu aus Sicht des Medi­en­ra­tes der LMS eben­so wie die Stär­kung von Medi­en­kom­pe­tenz in allen Alters­stu­fen unse­rer Gesell­schaf­ten.

Der gesam­te Wort­laut der Reso­lu­ti­on ist hier abruf­bar.

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:
Vio­la Betz
Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

29. November 2019