Lootboxen müssen auch in Deutschland reguliert werden

LMS weist auf Lücken im medialen Kinderschutz hin

PM 33/2019

Saar­brü­cken, 19. Novem­ber 2019: Anläss­lich des mor­gi­gen Welt­kin­der­ta­ges, an dem in die­sem Jahr auch an den 30. Jah­res­tag der Ver­ab­schie­dung der Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on durch die Ver­ein­ten Natio­nen erin­nert wird, hat der stell­ver­tre­ten­de Direk­tor der LMS, Dr. Jörg Ukrow, auf fort­dau­ern­de Lücken des Kin­der­schut­zes in der Online-Welt auf­merk­sam gemacht.


Die UN-Kinderrechtskonvention, die auch in Deutsch­land gel­ten­des Recht ist, erkennt nicht nur die wich­ti­ge Rol­le der Mas­sen­me­di­en an, son­dern for­dert die Mit­glied­staa­ten der UN auch auf, dass Kin­der Zugang zu Infor­ma­tio­nen und Mate­ri­al aus einer Viel­falt von natio­na­ler Quel­len haben, ins­be­son­de­re sol­cher, wel­che die För­de­rung ihres sozia­len, see­li­schen und sitt­li­chen Wohl­erge­hens sowie ihrer kör­per­li­chen und geis­ti­gen Gesund­heit zum Ziel haben. Die Inhal­te, mit denen Kin­der ins­be­son­de­re im Inter­net heut­zu­ta­ge kon­fron­tiert wer­den kön­nen, spre­chen die­ser völ­ker­recht­li­chen Ziel­vor­ga­be Hohn. Es braucht wirk­sa­me­rer Mög­lich­kei­ten als bis­lang, um ent­wick­lungs­be­ein­träch­ti­gen­de Wir­kun­gen für Kin­der und Jugend­li­che durch Ange­bo­te, die nicht dem Jugend­me­di­en­schutz­ni­veau in der EU genü­gen, bes­ser ein­däm­men zu kön­nen. Und es braucht nicht zuletzt auch eine kon­se­quen­te Bekämp­fung von Hass und Het­ze im Netz. Für Min­der­jäh­ri­ge muss deut­lich wer­den, dass die Grund­wer­te unse­rer Ver­fas­sung ernst zu neh­men sind – auch in sozia­len Netz­wer­ken“, beton­te Ukrow.

Zum nach der UN-Kinderrechtskonvention gebo­te­nen Schutz Min­der­jäh­ri­ger vor Mate­ri­al, die ihr Wohl­erge­hen beein­träch­ti­gen, zählt in der Online-Welt auch der Schutz vor ver­meint­li­chen free-to-play-Spielen, die in Wahr­heit dar­auf ange­legt sind, über das Ein­bin­den sog. Loot­bo­xen Spie­lern erst dann grö­ße­re Spiel­freu­de zu ver­schaf­fen, wenn sie mög­lichst vie­le vir­tu­el­le Gegen­stän­den und Zusatz­in­hal­ten käuf­lich erwer­ben. „Ein wirk­sa­mer Kin­der­schutz vor sol­chen Geschäfts­mo­del­len darf wei­ter nicht zwi­schen Glücksspiel- und Medi­en­re­gu­lie­rung lie­gen blei­ben, son­dern muss durch eine abge­stimm­te gesetz­li­che Rege­lung beför­dert wer­den. Denn die Kin­der in Deutsch­land sind nicht weni­ger schutz­wür­dig als in Bel­gi­en oder den Nie­der­lan­den, wo die Auf­sichts­be­hör­den gegen sol­che Loot­bo­xen vor­ge­hen kön­nen. Die anste­hen­den Novel­le von Jugend­me­di­en­schutz und Online-Glücksspiel in Deutsch­land bie­ten ein pas­sen­des Zeit­fens­ter für eine Stär­kung des Kin­der­schut­zes auch in der Online-Games-Welt“ unter­strich Ukrow abschlie­ßend.

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Vio­la Betz
Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

19. November 2019