Internationaler Frauentag 2021

Landesmedienanstalt warnt: Frauenfeindlichkeit und Hass im Netz nehmen zu

PM 07/21

Saar­brü­cken, 05. März 2021: Seit über 100 Jah­ren wird am inter­na­tio­na­len Frau­en­tag welt­weit auf die The­men Frau­en­rech­te, Gleich­stel­lung sowie Dis­kri­mi­nie­rung auf­merk­sam gemacht. Dass Frau­en immer noch mit Ste­reo­ty­pen zu kämp­fen haben und die­se gera­de im Netz und durch die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen sogar ver­stärkt wer­den, zeig­te bereits die Web­kon­fe­renz der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) zum The­ma „Weib­li­che Rol­len­bil­der, KI und Social Media“ im Novem­ber letz­ten Jah­res auf. „Vor allem im Inter­net neh­men Hass und Gewalt gegen Frau­en sowie Dis­kri­mi­nie­rung zu. Die­se Fehl­ent­wick­lun­gen im Netz müs­sen ernst genom­men, ana­ly­siert und ein­ge­dämmt wer­den. Maß­nah­men zur Bekämp­fung von Frau­en­feind­lich­keit in den digi­ta­len Medi­en sind wich­ti­ger denn je“, betont Ruth Mey­er, Direk­to­rin der LMS.

Die LMS setzt sich dafür ein, die Betrei­ber von Platt­for­men stär­ker in die Pflicht zu neh­men und sinn­vol­le Regu­lie­run­gen zu schaf­fen. Denn mit der Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit der Frau­en­hass im Netz kom­mu­ni­ziert wird, geht all­ge­mein eine wach­sen­de Radi­ka­li­sie­rung im digi­ta­len Raum ein­her. Ein­zel­ne radi­ka­le Grup­pen, wel­che sich meist über Foren im Inter­net aus­tau­schen, kön­nen nach Ein­schät­zung von Expert*innen, zu einer Gefahr für die Gesell­schaft wer­den. Thomas-Gabriel Rüdi­ger belegt dies etwa in sei­ner Broken-Web-Theorie. Oft kün­di­gen sich Gewalt­ta­ten im ech­ten Leben durch frau­en­feind­li­ches Ver­hal­ten im Netz an. „Hier gilt es ein­zu­ha­ken. Der digi­ta­le Raum darf kein Raum sein, in dem schein­bar alles erlaubt ist und das ohne Kon­se­quen­zen. Dis­kri­mi­nie­rung, Hass und Gewalt­auf­ru­fe in den sozia­len Medi­en müs­sen stär­ker kon­trol­liert und ver­folgt wer­den“, for­dert die LMS-Direktorin Ruth Meyer.

Mit der Web­kon­fe­renz im ver­gan­ge­nen Jahr bot die LMS einen Rah­men für eine fach­lich fun­dier­te Debat­te zu kli­schee­ar­ti­gen Rol­len­bil­dern und den damit ver­bun­de­nen gesell­schaft­li­chen Pro­blem­la­gen. Ruth Mey­er: „Dis­kri­mi­nie­ren­de Rol­len­bil­der sind eng ver­knüpft mit zen­tra­len The­men­stel­lun­gen wie Jugend­schutz und dem Kampf gegen Des­in­for­ma­ti­on, die im Sin­ne der Regu­lie­rung und Auf­sicht zukünf­tig in einem noch viel brei­te­ren Spek­trum ins­be­son­de­re mit Blick auf die sozia­len Medi­en statt­fin­den müssen.“

Um offe­ner Frau­en­feind­lich­keit im Netz zu begeg­nen, plant die LMS Work­shops im Bereich Medi­en­kom­pe­tenz und wird das The­ma auch 2021 in ver­schie­dens­ten Ver­an­stal­tun­gen, wie z.B. zum Tag der Pres­se­frei­heit auf­grei­fen. Die LMS will im Zuge ihrer gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung Bewusst­sein in der Öffent­lich­keit schaf­fen, z.B. mit der Ein­for­de­rung einer Reform der Richt­li­ni­en sozia­ler Netz­wer­ke zu Hass­bot­schaf­ten und ‑kri­mi­na­li­tät gegen Frau­en. „Ideen gibt es auch im Bereich Games: Dialog-Angebote an die Games-Szene zur Selbst­kon­trol­le in Bezug auf frau­en­feind­li­che Games-Szenarien sind eine Mög­lich­keit von vie­len“, so Ruth Mey­er, wel­che auch als Geschäfts­füh­re­rin der Saar­land Medi­en GmbH ver­ant­wort­lich für die saar­län­di­sche Games­för­de­rung „Game Base Saar“ zeichnet.

Nicht zuletzt wird die Bekämp­fung von Onlin­ehet­ze über unser Pro­jekt ‘Ver­fol­gen statt nur Löschen´ einen Kanal bie­ten, über den mar­kan­te Kom­men­ta­re einer straf­recht­li­chen Über­prü­fung und Ver­fol­gung zuge­führt wer­den kön­nen. Wir sind uns der Ver­ant­wor­tung bewusst, die wir als Lan­des­me­di­en­an­stalt haben und machen uns für Frau­en­rech­te, beson­ders im Bereich der Tele­me­di­en stark“, ergänzt die Direk­to­rin der LMS: „Mei­nungs­frei­heit erreicht dort ihre Gren­zen, wo ande­re Grund­rech­te tan­giert sind.“

 

Kon­takt für Presseanfragen:
Lia­ne Stieler-Joachim
Pressesprecherin/Büroleitung der Direktorin
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Tel.: 0681 38988–11

5. März 2021