Medienentwicklung und ‑nutzung unter Coronabedingungen

LMS-Direktorin bilanziert erstes Amtsjahr

PM 11/2021

Saar­brü­cken, 17.05.2021: Seit einem Jahr lei­tet Ruth Mey­er als Direk­to­rin die Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS). Der Amts­an­tritt unter Pandemie-Bedingungen war mit beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen ver­bun­den, die mit dem zuneh­men­den Ein­fluss und der wach­sen­den Nut­zung digi­ta­ler Medi­en ein­her­gin­gen. Die LMS weist nun auf die mar­kan­tes­ten Ent­wick­lun­gen hin. Und anläss­lich des Jah­res­tags des Amts­an­tritts sind Medi­en­bran­che, gesell­schaft­li­che Repräsentant:innen sowie die Öffent­lich­keit zu einem vir­tu­el­len Emp­fang gela­den: Anfang Juni gibt ein Online-Event aus der Fan­cy Pop-Up Gal­le­ry Saar­brü­cken Ein­bli­cke in die Viel­falt der Medienwelt.

Stei­gen­de Nach­fra­ge nach Medienkompetenzangeboten

Bei der LMS gab es seit Beginn der Pan­de­mie eine sehr hohe Nach­fra­ge nach Tuto­ri­als in Video­kon­fe­renz­tech­nik, aber auch nach Schu­lun­gen in ande­ren Online-Anwendungen, etwa zur Erle­di­gung von Amts­gän­gen, nach Bezahl­diens­ten oder Gesund­heits­ap­ps. „Wir haben unse­re Ver­an­stal­tungs­for­ma­te inner­halb kür­zes­ter Zeit auf Online umge­stellt und konn­ten trotz der Ein­schrän­kun­gen über 70 % unse­res Ange­bots auf­recht­erhal­ten. In mei­nem ers­ten Amts­jahr haben wir es geschafft, mehr als 4500 Teilnehmer:innen aller Alters­klas­sen zu errei­chen – ein Kraft­akt, für dem ich mei­nem Team sehr dank­bar bin“, so Ruth Meyer.

Die inhalt­li­chen Schwer­punk­te der LMS grei­fen stets aktu­el­le The­men zur Digi­ta­li­sie­rung der Medi­en auf: „Weib­li­che Selbst­in­sze­nie­rung in Social Media“, „Des­in­for­ma­ti­on und Fake News“, „Die Macht der Medi­en“ sowie „Medi­en und Ein­sam­keit“ stan­den im ers­ten Amts­jahr auf der Agen­da und waren Teil hoch­ka­rä­ti­ger Web­kon­fe­ren­zen, Fort­bil­dun­gen und Medi­en­im­pul­se. Ein wei­te­res Augen­merk gilt seit jeher dem Jugend­me­di­en­schutz. Auch hier spie­geln die The­men des letz­ten Jah­res die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen wider: Jugend­li­che, Pädagog:innen und Eltern haben seit eini­ger Zeit ver­stärk­ten Informations- und Bera­tungs­be­darf zu The­men wie „Radi­ka­li­sie­rung im Netz“, „Sex­ting“ oder „Cyber­groo­m­ing“ – dem ist die LMS mit Online-Elternabenden nach­ge­kom­men, aber auch mit the­men­be­zo­ge­nen Lern­vi­de­os oder Tik-Tok-Clips.

Neue Auf­sichts­auf­ga­ben über digi­ta­le Medien

Die Lan­des­me­di­en­an­stalt, die in ers­ter Linie eine staats­fer­ne Regulierungs- und Auf­sichts­be­hör­de ist, hat im letz­ten Jahr zudem umfäng­li­che neue Auf­ga­ben erhal­ten. Laut Medi­en­staats­ver­trag ist sie im Kon­zert mit den übri­gen Medi­en­an­stal­ten der Län­der nun dafür zustän­dig, Rechts­ver­stö­ße, Mani­pu­la­tio­nen und Intrans­pa­ren­zen, die in der Gestal­tung digi­ta­ler Medi­en lie­gen, aus­zu­ma­chen und zu ahn­den. „Ob Hass­bot­schaf­ten, Social bots oder algo­rith­men­ge­steu­er­te Mei­nungs­ma­che: die schüt­zens­wer­te Mei­nungs­viel­falt im Netz gerät dort an ihre Gren­zen, wo ande­re Grund­rech­te tan­giert wer­den“, ist Ruth Mey­er über­zeugt und resü­miert: „Die Arbeit der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land hat enorm an Bedeu­tung gewon­nen. Unse­re gute Ver­net­zung mit gesell­schaft­lich rele­van­ten Grup­pen, mit Insti­tu­tio­nen, Bil­dungs­trä­gern und der For­schung im Saar­land ist ein Allein­stel­lungs­merk­mal. Die­ses Netz­werk gibt uns eine weit über­durch­schnitt­li­che Wirk­kraft in die Brei­te der Bevölkerung.“

Geän­der­tes Mediennutzungsverhalten

Gera­de mit Blick auf das ver­än­der­te Medi­en­nut­zungs­ver­hal­ten ist die­se Effi­zi­enz ein Pfund, um mit der rasan­ten Ent­wick­lung der Medi­en­welt mit­zu­wach­sen. „Die Online-Präsenz der Deut­schen ist unter Coro­na um wei­te­re 15% gestie­gen – bei Jugend­li­chen sogar um 25%. Die Hälf­te der Jugend­li­chen infor­miert sich heut­zu­ta­ge aus­schließ­lich über Sozia­le Medi­en. Gaming, das Spie­len am Com­pu­ter, ist der Wachs­tums­markt schlecht­hin und das vor allem auch bei den über 60-Jährigen.“ So ana­ly­siert die LMS-Direktorin ver­kürzt das ver­än­der­te Nut­zungs­ver­hal­ten. Inter­es­sant sei, dass in der Kri­se inhalt­lich wert­vol­le Ange­bo­te aus der kaum noch zu über­bli­cken­den Viel­falt an Unter­hal­tung, Bil­dung und Infor­ma­ti­on im Netz beson­ders gefragt waren. „Eta­blier­te Medi­en und Platt­for­men genie­ßen offen­bar gera­de in der Kri­se ein hohes Ver­trau­en: sowohl öffentlich-rechtliche und Print­me­di­en als auch ins­be­son­de­re unse­re regio­nal und lokal aus­ge­rich­te­ten pri­va­ten Rund­funk­pro­gram­me und New­s­por­ta­le im Saar­land waren stär­ker nach­ge­fragt – sozia­len Netz­wer­ken wird dage­gen weni­ger vertraut.“

Gemein­sam mit den im Medi­en­rat ver­tre­te­nen Grup­pen will die LMS auch wei­ter­hin die Viel­falt der regio­na­len Medi­en­welt so gestal­ten, dass sie auf dem Boden des Rechts von der saar­län­di­schen Bevöl­ke­rung kom­pe­tent und kri­tisch genutzt wer­den kann.

Ver­an­stal­tungs­hin­weis

Am 08. Juni 2021 wirft die LMS dort, wo sonst Instagrammer:innen und TikToker:innen coo­le Fotos schies­sen, einen aktu­el­len Blick auf die „Pop-up Medi­en­welt Saar“. Die Online­ver­an­stal­tung reflek­tiert aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven die Rol­le von Poli­tik, Lan­des­me­di­en­an­stalt, Medi­en­schaf­fen­den und Bürger:innen in einer immer kom­ple­xe­ren und diver­si­fi­zier­ten Medi­en­welt und gibt Ein­bli­cke in die Zukunft der digi­ta­len Medi­en. Zuschauer:innen kön­nen sich infor­mie­ren, im Chat betei­li­gen und ihre Fra­gen und Ansich­ten zu Viel­falts­si­che­rung, Medi­en­kom­pe­tenz oder Medi­en­po­li­tik einbringen.

Das Strea­ming der Ver­an­stal­tung ist am 08.06.21 ab 18 Uhr auf www.youtube.com/LMSaar verfügbar.

Kon­takt für Presseanfragen:
Lia­ne Stieler-Joachim
Pressesprecherin
E‑Mail: LMS-pressestelle@LMSaar.de
Tel.: 0681 38988–11

17. Mai 2021