Digitalradio im Trend: Digitalempfang beschleunigt sich deutlich

Vierter Digitalisierungsbericht Audio zeigt höheres Tempo bei der Ausstattung der Haushalte mit DAB+- Empfängern

Über­nah­me der Pressemitteilung

DIE MEDIENANSTALTEN 18/2021 | 

Fünf Mil­lio­nen mehr DAB+-Radi­os in Haus­hal­ten in Deutsch­land im letz­ten Jahr und eine auf 66 Pro­zent gestie­ge­ne Netto-Digitalisierungsquote spre­chen eine kla­re Spra­che: In Deutsch­land wird ver­stärkt digi­ta­les Radio emp­fan­gen. Dies geht aus dem aktu­el­len Digi­ta­li­sie­rungs­be­richt Audio 2021 her­vor, der heu­te im Rah­men des Digi­tal­ra­dio­tags der Medi­en­an­stal­ten vor­ge­stellt wurde.

Auch die Sys­tem­re­le­vanz des Hör­funks wur­de in den letz­ten Mona­ten erneut unter Beweis gestellt. Wenn Mobil­funk aus­fällt, wie zuletzt wäh­rend der Flut­ka­ta­stro­phe die­sen Som­mer, ist loka­ler und regio­na­ler Hör­funk für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger essen­zi­ell wich­tig, um schnell und zuver­läs­sig mit ver­läss­li­chen Infor­ma­tio­nen ver­sorgt zu werden.

Viel­falt von Ange­bo­ten und Inhal­ten im Hör­funk sind in einer Gesell­schaft unver­zicht­bar. Auch die Funk­ti­ons­viel­falt des digi­ta­len Hör­funks über­zeugt immer mehr Nut­ze­rin­nen und Nut­zer, auf digi­ta­le Emp­fangs­ge­rä­te umzu­stei­gen. Sie erwar­ten, dass die­se inhalt­li­che Viel­falt bei ihnen auch ankommt. Dies stel­len wir als Medi­en­an­stal­ten sicher, denn Chan­cen­gleich­heit der Anbie­ter und Ange­bo­te ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, son­dern muss ein­ge­for­dert wer­den“ kom­men­tiert Dr. Wolf­gang Krei­ßig, Vor­sit­zen­der der Direk­to­ren­kon­fe­renz der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten anläss­lich der Vor­stel­lung des Digi­tal­be­richts Audio 2021.

Die wichtigsten Ergebnisse des Digitalisierungsbericht Audio 2021

Zahl der DAB+-Radiogeräte steigt
Die Zahl der DAB+-Radi­os hat um mehr als 5 Mil­lio­nen zuge­nom­men und liegt nun­mehr bei knapp 21,7 Mil­lio­nen. Bei gut 8,5 Mio. die­ser Gerä­te han­delt es sich um Auto­ra­di­os. Damit emp­fängt mitt­ler­wei­le knapp ein Fünf­tel der Auto­ra­di­os über den digital-terrestrischen Stan­dard. Vor dem Hin­ter­grund der Digi­tal­ra­di­opflicht für Neu­wa­gen ist zu erwar­ten, dass die Digi­ta­li­sie­rung des Hör­funk­emp­fangs im Auto in den kom­men­den Jah­ren wei­ter an Fahrt auf­neh­men und vor allem DAB+ davon pro­fi­tie­ren wird.

1/3 der Per­so­nen mit Zugang zu DAB+-Geräten
Fast ein Drit­tel (30,4%) der Per­so­nen ab 14 Jah­ren in Deutsch­land hat Zugang zu einem DAB+-Radio­ge­rät. Das sind 21,5 Mio. Per­so­nen, 3,6 Mio. mehr als im Vorjahr.

Net­to Digi­ta­li­sie­rungs­quo­te von 66%
Mehr als 46 Mil­lio­nen Per­so­nen in Deutsch­land emp­fan­gen ihr Radio­pro­gramm auch digi­tal oder hören Web­ra­dio. Die Netto-Digitalisierungsquote steigt damit auf 66 Prozent.

Haus­halts­aus­stat­tung DAB+
Die Zahl der DAB+-Haus­hal­te hat die Mar­ke von 11 Mil­lio­nen geknackt. Das sind gut 1,1 Mil­lio­nen mehr als im Vor­jahr. Im bun­des­wei­ten Durch­schnitt ver­fügt mehr als jeder vier­te Haus­halt (27 Pro­zent) über min­des­tens einen DAB+-Emp­fän­ger.

Rück­gang der ana­lo­gen Übertragung
Das ana­lo­ge UKW bleibt in der Gesamt­schau zwar wei­ter­hin der am wei­tes­ten ver­brei­te­te Über­tra­gungs­weg für den Hör­funk, muss aber bei der Haus­halts­aus­stat­tung, der Zahl der Radio­ge­rä­te und beim meist­ge­nutz­ten Emp­fangs­weg wei­te­re Antei­le an die digi­ta­le Radio­über­tra­gung abgeben.

Meist­ge­nutz­ter Empfangsweg
Nach der am häu­figs­ten genutz­ten Radio­emp­fangs­art gefragt, nennt fast jeder Drit­te (31 Pro­zent) einen digi­ta­len Emp­fangs­weg. Damit steigt die Zahl der­je­ni­gen, die ihr Radio­pro­gramm vor­zugs­wei­se digi­tal hören auf knapp 22 Mio. Per­so­nen in Deutsch­land – das ent­spricht einer Ver­dop­pe­lung inner­halb von fünf Jahren.
In Haus­hal­ten mit DAB+-Gerät ist der digital-terrestrische Stan­dard auch die meist­ge­nutz­te Emp­fangs­art. Mehr als vier von zehn Per­so­nen nut­zen in die­sen Haus­hal­ten vor­zugs­wei­se DAB+.

Über den Digitalisierungsbericht Audio der Medienanstalten

Der Digi­ta­li­sie­rungs­be­richt Audio wur­de im Auf­trag der Medi­en­an­stal­ten unter Betei­li­gung von ARD, Deutsch­land­ra­dio, Media Broad­cast und Voda­fone durch das For­schungs­in­sti­tut Kan­t­ar erhoben.
Die Befra­gung erfolg­te per com­pu­ter­ge­stütz­ter tele­fo­ni­scher Inter­views (CATI) sowie per Web­in­ter­view (CAWI). Die Daten­er­he­bung erfolg­te zwi­schen dem 03.05. und dem 30.06.2021.
Die Grund­ge­samt­heit bil­det die deutsch­spra­chi­ge Wohn­be­völ­ke­rung ab 14 Jah­ren. Sie ent­spricht da¬mit der Defi­ni­ti­on, die auch der Media-Analyse (ma) zugrun­de liegt (= deut­sche Haus­hal­te plus Haus­hal­te mit EU-27-Haushaltsvorstand plus Haus­hal­te mit Nicht-EU-Haushaltsvorstand mit abge­schlos­se­ner Schul­aus­bil­dung). Die Grund­ge­samt­heit umfasst in die­sem Jahr 70,635 Mil­lio­nen Per­so­nen ab 14 Jah­ren in 40,768 Mil­lio­nen Haushalten.

Den Digi­ta­li­sie­rungs­be­richt Audio 2021 fin­den Sie hier.
Die Auf­zeich­nung des Digi­tal­ra­dio­tags kön­nen Sie hier ansehen.

6. September 2021