Staatskanzlei fördert Kooperation von DFKI und LMS

im Forschungsprojekt „MarKIeR“ zur Transparenz von Algorithmen

Ministerpräsident Tobias Hans: Eine Win-win-Situation für den Medien- und Forschungsstandort Saarland.

PM 33/2021

Über­nah­me Medi­en­in­fo vom: 20.12.2021 | Staats­kanz­lei | Wis­sen­schaft, For­schung und Tech­no­lo­gie, Künst­li­che Intelligenz

Das Deut­sche For­schungs­zen­trum für Künst­li­che Intel­li­genz (DFKI) und die Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) arbei­ten gemein­sa­men in einem neu­en For­schungs­pro­jekt unter dem Titel „Mach­bar­keits­stu­die zum Ein­satz von KI-Werkzeugen für die Unter­stüt­zung der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten zur Veri­fi­zie­rung der geset­zes­kon­for­men Umset­zung der Trans­pa­renz­vor­ga­ben des Medi­en­staats­ver­tra­ges durch Medi­en­in­ter­me­diä­re“ (Mar­KIeR).

Das For­schungs­pro­jekt ist auf drei Jah­re ange­legt und wird durch die Staats­kanz­lei des Saar­lan­des mit rund 300.000 Euro geför­dert. Der Medien- und For­schungs­stand­ort Saar­land macht die­se Koope­ra­ti­on erst möglich.

Minis­ter­prä­si­dent Tobi­as Hans zeigt sich erfreut: „Medi­en­in­ter­me­diä­re wie goog­le und face­book haben einen zuneh­men­den Ein­fluss auf die Mei­nungs­bil­dung. In die­ser Hin­sicht war der neue Medi­en­staats­ver­trag ein medi­en­po­li­ti­scher Mei­len­stein. Wich­tig ist jedoch auch, dass die Umset­zung der dort hin­ter­leg­ten Trans­pa­renz­vor­ga­ben über­wacht wird. Hier ist die Zusam­men­ar­beit zwi­schen LMS und DFKI im Pro­jekt „Mar­KIeR“ bei­spiel­haft für ganz Deutsch­land und zeigt unse­re exzel­len­te For­schungs­kom­pe­tenz im Schlüs­sel­be­reich „Künst­li­che Intel­li­genz“. Gleich­zei­tig pro­fi­tiert der Medien- und For­schungs­stand­ort Saar­land in einer „Win-win-Situation“ von die­sem gemein­sa­men Pro­jekt. Bei­de Berei­che sind wich­ti­ge Bestand­tei­le unse­rer aktu­el­len Innovationsstrategie.“

Die neu­en Rege­lun­gen im Medi­en­staats­ver­trag sind ein wich­ti­ger Bau­stein für eine inklu­die­ren­de Medi­en­ord­nung, die es allen Men­schen ermög­licht, am media­len Mei­nungs­bil­dungs­pro­zess teil­zu­ha­ben. Durch die den Lan­des­me­di­en­an­stal­ten mit dem Medi­en­staats­ver­trag über­tra­ge­nen neu­en und viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben im Bereich der Medi­en­in­ter­me­diä­re stel­len wir uns der Her­aus­for­de­rung, die Auf­sichts­tä­tig­keit in die­sen neu­en Fel­dern effek­tiv wahr­zu­neh­men. Und da kann das Saar­land mit sei­ner Spit­zen­for­schung im Bereich der Künst­li­chen Intel­li­genz einen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten“, so Ruth Mey­er, Direk­to­rin der LMS.

Prof. Anto­nio Krü­ger, CEO DFKI: „Die Schwie­rig­keit bei der Über­prü­fung besteht vor allem dar­in, dass die sei­tens der Medi­en­in­ter­me­diä­re genutz­ten Algo­rith­men unter deren Geschäfts­ge­heim­nis fal­len, sodass Trans­pa­renz und Dis­kri­mi­nie­rungs­frei­heit ohne vol­len Zugriff auf die­se Algo­rith­men über­prüft wer­den müs­sen. Vor die­sem Hin­ter­grund wer­den wir im DFKI eine Mach­bar­keits­stu­die durch­füh­ren, deren Ziel es ist, der LMS die­se Auf­sichts­tä­tig­kei­ten über die Medi­en­in­ter­me­diä­re mit­tels Ein­sat­zes von digi­ta­len Werk­zeu­gen zu erleich­tern und zu eru­ie­ren, inwie­weit Metho­den der Künst­li­chen Intel­li­genz in die­sem Kon­text ein­ge­setzt wer­den können.“

Hin­ter­grund des Pro­jek­tes sind die neu­en Rege­lun­gen des Medi­en­staats­ver­trags. Erleich­tert die Digi­ta­li­sie­rung der Medi­en­welt einer­seits die Ver­brei­tung mei­nungs­re­le­van­ter Inhal­te, ist die­ser Zuwachs ande­rer­seits gleich­be­deu­tend mit einer neu­en Unüber­sicht­lich­keit. In die­ser Situa­ti­on gewin­nen soge­nann­te Medi­en­in­ter­me­diä­re, wie Goog­le oder Face­book, zuneh­mend an Bedeu­tung. Sie ver­mit­teln zwi­schen den Anbie­tern von Infor­ma­ti­on und ihren Nutzer*innen und sind damit im Mei­nungs­bil­dungs­pro­zess heut­zu­ta­ge eine wich­ti­ge Grö­ße. Chan­cen­glei­cher Zugang zu Inhal­ten und deren Auf­find­bar­keit in den Ange­bo­ten sind dabei von zen­tra­ler Bedeu­tung. Die Par­ti­zi­pa­ti­on mög­lichst aller Men­schen ist für eine leben­di­ge und offe­ne Demo­kra­tie eine not­wen­di­ge Bedingung.

21. Dezember 2021