Satzung zur Regulierung von Medienintermediären zum 1. Januar 2022 in Kraft getreten

Transparenz und Diskriminierungsfreiheit bei Suchmaschinen und in Sozialen Medien

Über­nah­me die Medienanstalten-Pressemitteilung 01/2022 | Ber­lin 03.01.2022

Seit dem 1. Janu­ar 2022 ist die Sat­zung zur Regu­lie­rung von Medi­en­in­ter­me­diä­ren in Kraft. Sie regelt die Ein­zel­hei­ten zur inhalt­li­chen und ver­fah­rens­mä­ßi­gen Kon­kre­ti­sie­rung der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten zur Regu­lie­rung von Medi­en­in­ter­me­diä­ren nach §§ 91 bis 95 des Medienstaatsvertrags. 

Mit die­sen Ver­pflich­tun­gen hat der Län­der­ge­setz­ge­ber im Novem­ber 2020 euro­pa­weit ein Zei­chen für mehr Medi­en­viel­falt im digi­ta­len Raum gesetzt. Die Auf­sicht über Medi­en­in­ter­me­diä­re wur­de den Medi­en­an­stal­ten über­tra­gen, die jetzt mit dem Voll­zug der Trans­pa­renz­re­gu­lie­rung gemäß der kon­kre­ti­sier­ten Vor­ga­ben starten.

Die Siche­rung von Medien- und Mei­nungs­viel­falt, Offen­heit und Trans­pa­renz hat für die Medi­en­an­stal­ten eine hohe Prio­ri­tät. Mit der Medienintermediäre-Satzung haben wir den letz­ten juris­ti­schen Bau­stein gelegt, um Rechts­si­cher­heit für Anbie­ter und Anbie­te­rin­nen von Medi­en­in­ter­me­diä­ren zu gewähr­leis­ten. Die­se euro­pa­weit erst­ma­lig fest­ge­schrie­be­nen Anfor­de­run­gen für Medi­en­in­ter­me­diä­re wer­den sich nun in der Pra­xis bewäh­ren müs­sen,“ sagt Dr. Wolf­gang Krei­ßig, Vor­sit­zen­der der Direk­to­ren­kon­fe­renz der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten (DLM) zum Inkraft­tre­ten der Sat­zung und Abschluss des Pro­zes­ses der Erstel­lung und Aktua­li­sie­rung der Sat­zun­gen nach dem neu­en Medi­en­staats­ver­trag. Ab dem Inkraft­tre­ten der Sat­zung müs­sen Medi­en­in­ter­me­diä­re ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen bereit­hal­ten und zudem für eine leich­te Ver­ständ­lich­keit sowie deren unmit­tel­ba­re Erreich­bar­keit sorgen.

Die Regu­lie­rung von Medi­en­in­ter­me­diä­ren ist einer unse­rer Schwer­punk­te im neu­en Jahr. Wir wer­den vor allem die Ein­hal­tung der Trans­pa­renz­vor­schrif­ten in den Blick neh­men und dazu auch in den Dia­log mit der Bran­che tre­ten,“ ergänzt Dr. Thors­ten Schmie­ge, Prä­si­dent der Baye­ri­schen Lan­des­zen­tra­le für neue Medi­en (BLM) und Koor­di­na­tor des Fach­aus­schus­ses Net­ze, Tech­nik und Kon­ver­genz der Medienanstalten.

Als Medi­en­in­ter­me­diä­re wer­den Diens­te ver­stan­den, die jour­na­lis­tisch redak­tio­nel­le Inhal­te aggre­gie­ren, selek­tie­ren und prä­sen­tie­ren und dadurch Ein­fluss auf deren Auf­find­bar­keit neh­men. Weil Medi­en­in­ter­me­diä­re, wie Such­ma­schi­nen und Sozia­le Netz­wer­ke einen wach­sen­den Ein­fluss auf die Mei­nungs­bil­dung haben, hat der Medi­en­staats­ver­trag umfas­sen­de Vor­ga­ben zur Siche­rung der Mei­nungs­viel­falt eingeführt.

So ist sicher­zu­stel­len, dass die zen­tra­len Kri­te­ri­en, die Anbie­ter von Medi­en­in­ter­me­diä­ren etwa für Inhal­te­emp­feh­lun­gen ein­set­zen, trans­pa­rent gemacht wer­den und dis­kri­mi­nie­rungs­frei zugäng­lich sind.
Die Medi­en­an­stal­ten haben im Jahr 2021 bereits ers­te Ent­schei­dun­gen von Amts wegen und auf­grund von Beschwer­den bezüg­lich der Dis­kri­mi­nie­rungs­frei­heit gefällt.

Die Medi­en­an­stal­ten set­zen neben der Regu­lie­rungs­tä­tig­keit in Umset­zung der neu­en Bestim­mun­gen des Medi­en­staats­ver­trags auch auf For­schung und den gesell­schaft­li­chen Dis­kurs. Anläss­lich der Medi­en­ta­ge Mün­chen hat­ten sie neue, nut­zer­zen­trier­te For­schun­gen zum The­ma Medi­en­in­ter­me­diä­re und Mei­nungs­bil­dung vor­ge­stellt. Zwei­mal jähr­lich wird die Stu­die „Inter­me­diä­re und Mei­nungs­bil­dung“ erho­ben. Im Novem­ber 2021 fand auf Ein­la­dung der Medi­en­an­stal­ten ein Dia­log mit Medi­en­in­ter­me­diä­ren und gesell­schaft­li­chen Grup­pen zu Trans­pa­renz im Netz statt. Der begon­ne­ne Gesprächs­pro­zess wird inden kom­men­den Mona­ten weitergeführt.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über die medi­en­an­stal­ten fin­den Sie unter:
www.die-medienanstalten.de

6. Januar 2022