Medienrat der LMS plädiert für eine Neujustierung bei den Beteiligungen der LMS sowie für Präzisierungen am Saarländischen Mediengesetz — Ergebnisse der AG Struktur des Medienrates werden zustimmend zur Kenntnis genommen

Saar­brü­cken, 13. Dezem­ber 2013: In der jüngs­ten Sit­zung des Medi­en­ra­tes der LMS infor­mier­te der Vor­sit­zen­de des Medi­en­ra­tes der LMS, Prof. Dr. Ste­phan Ory, über die Ergeb­nis­se der vom Medi­en­rat ein­ge­setz­ten Arbeits­grup­pe Struk­tur. Die­se hat­te sich in vier Sit­zun­gen mit den Betei­li­gun­gen der LMS an Ein­rich­tun­gen zur För­de­rung des Medi­en­stand­or­tes, mit der Fort­ent­wick­lung des Saar­län­di­schen Medi­en­ge­set­zes sowie mit dem Ver­hält­nis zwi­schen Medi­en­rat und Direk­tor der LMS beschäf­tigt.

 

Die AG Struk­tur kam dabei zu fol­gen­den Emp­feh­lun­gen:

 

I. Betei­li­gun­gen der LMS

 

  1. Es bestand Ein­ver­neh­men, dass die Tätig­keit der Saar­land Medi­en GmbH nicht in Fra­ge gestellt ist. Die­se 1999 gegrün­de­te Gesell­schaft zur För­de­rung des Medi­en­stand­or­tes Saar­land, die zu glei­chen Tei­len von Land und LMS getra­gen wird, betreibt kul­tu­rel­le und wirt­schaft­li­che Film­för­de­rung, betei­ligt sich an Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­ten, unter­stützt kom­mu­na­le Kinos und Film­fes­ti­vals und initi­iert infra­struk­tu­rel­le Maß­nah­men, ins­be­son­de­re bei der Digi­ta­li­sie­rung des Rund­funks im Saar­land.
  2. Die AG Struk­tur emp­fahl, die Saar­land Film GmbH, an der die LMS, die Saar­land Medi­en GmbH und das Medi­en­netz­werk Saar­Lor­Lux betei­ligt sind, auf­zu­lö­sen.  Die Auf­ga­ben der Saar­land Film GmbH, zu denen ins­be­son­de­re die Ver­bes­se­rung der Dreh- und Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen in der Regi­on und die Stär­kung des Saar­lan­des im Bereich der Film‑, Fernseh- und Video­pro­duk­ti­on zäh­len, sol­len zukünf­tig von der Saar­land Medi­en GmbH wahr­ge­nom­men wer­den. Die­se Auf­ga­ben­über­tra­gung soll in Abspra­che mit dem Land als Gesell­schaf­ter der Saar­land Medi­en GmbH und mit ent­spre­chen­der Anpas­sung des Kon­sor­ti­al­ver­tra­ges der Gesell­schaf­ter der Saar­land Medi­en GmbH erfol­gen. Soweit not­wen­dig soll die Über­füh­rung der Auf­ga­ben schritt­wei­se erfol­gen.
  3. Der Direk­tor der LMS soll zukünf­tig über die Akti­vi­tä­ten im Medi­en­netz­werk Saar­Lor­Lux e. V. und sei­nen Gre­mi­en in den Aus­schüs­sen der LMS ein­ge­hen­der berich­ten. Das Medi­en­netz­werk Saar­Lor­Lux enga­giert sich der­zeit ins­be­son­de­re als Trä­ger des Pro­jekts Onliner­land Saar.

II. Ände­rung des Saar­län­di­schen Medi­en­ge­set­zes (SMG)

 

Die AG Struk­tur emp­fahl, § 52 SMG in der Wei­se zu prä­zi­sie­ren, dass Kri­te­ri­en der Stand­ort­för­de­rung bei Aus­wahl­ent­schei­dun­gen sich auf die Errei­chung des Viel­falt­zwecks durch das jeweils zur Aus­wahl anste­hen­de Pro­gramm bezie­hen, etwa durch die Erstel­lung des Pro­gram­mes bezie­hungs­wei­se von Pro­gramm­tei­len vor Ort im Saar­land. § 53 soll in der Wei­se abge­än­dert wer­den, dass die Kabel­be­le­gung zum Auf­ga­ben­kreis des Medi­en­ra­tes gehört.

 

Dar­über hin­aus reg­te die AG an, wei­te­re Aspek­te im SMG zu bear­bei­ten wie etwa das Zusam­men­wir­ken des Medi­en­rechts des Lan­des mit dem Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­recht des Bun­des bei der Nut­zung von Fre­quen­zen für Zwe­cke des Rund­funks. Auch die Viel­falt­si­che­rung im Netz über die rein tech­nisch ver­stan­de­ne Netz­neu­tra­li­tät hin­aus soll Gegen­stand der wei­te­ren Dis­kus­si­on sein.

 

III. Ände­rung der Geschäfts­ord­nung der LMS

 

Die AG Struk­tur sprach sich für eine Über­ar­bei­tung der Geschäfts­ord­nung mit dem Ziel einer höhe­ren Trans­pa­renz und einer Ver­bes­se­rung der inter­nen Abläu­fe aus. Auch soll die Aus­schuss­ar­beit den in einem Jahr­zehnt gewon­ne­nen Erfah­run­gen und neu­en medien- und netz­po­li­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen ange­passt wer­den. Ein Ent­wurf wur­de an die Aus­schüs­se des Medi­en­ra­tes zur wei­te­ren Bera­tung über­wie­sen.

 

Der Medi­en­rat nahm die Ergeb­nis­se der Arbeit der AG Struk­tur zustim­mend zur Kennt­nis. Er will sich an den wei­te­ren Dis­kus­sio­nen um eine Novel­le des SMG mit sei­nen Erfah­run­gen ein­brin­gen. Die Ände­rung der Geschäfts­ord­nung soll nach Dis­kus­si­on in den Aus­schüs­sen im 1. Halb­jahr 2014 voll­zo­gen wer­den.

 

Im Zusam­men­hang mit dem fort­dau­ern­den Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen den Direk­tor der LMS bekräf­tig­te der Medi­en­rat der LMS die für Dr. Bau­er gel­ten­de Unschulds­ver­mu­tung. Auf der Grund­la­ge der Infor­ma­tio­nen durch den Direk­tor bestehen aus Sicht des Medi­en­ra­tes wei­ter­hin kei­ne Anhalts­punk­te für eine per­sön­li­che Berei­che­rung von Dr. Bau­er. Im Übri­gen ste­he es dem Medi­en­rat  nicht zu, recht­li­che Bewer­tun­gen zu den straf­recht­li­chen Vor­wür­fen gegen Dr. Bau­er abzu­ge­ben. Der Medi­en­rat erwar­tet aller­dings im Inter­es­se aller Betei­lig­ten, dass die Staats­an­walt­schaft mög­lichst zeit­nah zu einem Abschluss des Ermitt­lungs­ver­fah­rens gelangt.

 

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

124. Sitzung des Medienrates der LMS vom 12. Dezember 2013

  1. LMS ver­ab­schie­det Wirt­schafts­plan 2014
  2. LMS beschließt Aus­schrei­bung einer Hör­funk­pro­gramm­ana­ly­se 2014
  3. LMS ver­län­gert Fre­quenz­zu­wei­sung der UKW-Frequenzen 94,2 MHz Saar­brü­cken und 96,8 MHz Sulz­bach für bigFM
  4. LMS ver­län­gert DVB‑T Zuwei­sung für TELE 5 

1. LMS ver­ab­schie­det Wirt­schafts­plan 2014

Der Medi­en­rat der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) hat in sei­ner Sit­zung am 12. Dezem­ber 2013 den Wirt­schafts­plan 2014 fest­ge­stellt.

Der Haus­halt der LMS weist im kom­men­den Jahr Erträ­ge in Höhe von 2.434.600 Euro und Auf­wen­dun­gen in Höhe von 2.560.100 Euro aus. Mit die­sen Mit­teln wer­den 2014 schwer­punkt­mä­ßig fol­gen­de Auf­ga­be erfüllt: För­de­rung der Medi­en­kom­pe­tenz, För­de­rung des Medi­en­stand­or­tes Saar­land, Glücks­spiel­auf­sicht im Inter­net sowie Ver­an­stal­tun­gen u. a. zu den The­men Jugend­schutz, Netz­po­li­tik und Inno­va­tio­nen im Medi­en­be­reich.

 

2. LMS beschließt Aus­schrei­bung einer Hör­funk­pro­gramm­ana­ly­se 2014

Der Medi­en­rat der LMS hat die Aus­schrei­bung einer Pro­gramm­ana­ly­se der im Saar­land durch die LMS zuge­las­se­nen und über UKW emp­fang­ba­ren Hör­funk­pro­gram­me bigFM Saar­land, Clas­sic Rock Radio, Radio Hom­burg, Radio Mer­zig, Radio Neun­kir­chen, Radio Saar­brü­cken und Radio Salü beschlos­sen.

Mit der Ana­ly­se soll vor allem die Fra­ge beant­wor­tet wer­den, über wel­che The­men und in wel­chem Umfang die saar­län­di­schen Radio­hö­re­rin­nen und ‑hörer infor­miert wer­den. Die Ergeb­nis­se der Stu­die sol­len Ende 2014 vor­lie­gen.

 

3.  LMS ver­län­gert Fre­quenz­zu­wei­sung der UKW-Frequenzen 94,2 MHz Saar­brücken und 96,8 MHz Sulz­bach an bigFM Saar­land

Die Zuwei­sung der UKW-Frequenzen Saar­brü­cken 94,2 MHz und Sulz­bach 96,8 MHz an die Sky­line Medi­en Saar­land GmbH zur täg­lich 24-stündigen Aus­strah­lung des Hör­funk­voll­pro­gramms „bigFM Saar­land” vom 19. Dezem­ber 2003 wird für die Dau­er von zehn Jah­ren ver­län­gert.

 

4. LMS ver­län­gert DVB‑T Zuwei­sung für TELE 5 TM-TV GmbH

Der Medi­en­rat der LMS hat beschlos­sen, die DVB‑T Zuwei­sung an die TM-TV GmbH für das Fern­seh­spar­ten­pro­gramm „Tele 5“ antrags­ge­mäß bis zum
31. Dezem­ber 2016 zu ver­län­gern.

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen und Jugendschutzprogramme in der Diskussion

Saar­brü­cken, 6. Dezem­ber 2013: Wie sieht die Medi­en­wirk­lich­keit von Kin­dern und Jugend­li­chen aus, mit wel­chen Inhal­ten sind sie kon­fron­tiert und gibt es wirk­sa­me Jugend­schutz­pro­gram­me? Mit die­sen Fra­gen befass­te sich eine Fach­ver­an­stal­tung der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) am 06. Dezem­ber 2013 in Saar­brü­cken. Zahl­rei­che Teil­neh­mer aus den Berei­chen Erzie­hung, Schu­le, Jugend­hil­fe und Medi­en nut­zen die­se Gele­gen­heit zur Infor­ma­ti­on und Dis­kus­si­on.

Der Medi­en­päd­ago­gi­sche For­schungs­ver­bund Süd­west (mpfs) erhebt jähr­lich aktu­el­le Daten zur Medi­en­nut­zung von Kin­dern und Jugend­li­chen. Sie wer­den seit 1999 in den Stu­di­en­rei­hen KIM (Kin­der + Medi­en) für die Alters­grup­pe 6 bis 13 sowie JIM (Jugend + Medi­en) für die Alters­grup­pe 12 bis 19 Jah­re zusam­men­ge­fasst. 2012 ent­hielt die KIM-Studie zudem erst­mals einen Son­der­teil zum Medi­en­ver­hal­ten von Kin­dern im Vorschul- und Kin­der­gar­ten­al­ter (2 bis 5 Jah­re). Ende Novem­ber 2013 erschien die aktu­el­le „JIM-Studie 2013“.

Auf Ein­la­dung der LMS ver­mit­tel­te der Lei­ter der Geschäfts­stel­le des mpfs, Tho­mas Rath­geb, auf der Grund­la­ge der aktu­el­len Daten einen kon­zen­trier­ten Ein­blick in die­ses umfang­rei­che Mate­ri­al. Er stell­te dabei ins­be­son­de­re die nach wie vor sehr hohe Rele­vanz des Fern­se­hens in der Medi­en­welt von Kin­dern her­aus, die mit zuneh­men­dem Alter abge­löst wird durch eine stark anstei­gen­de Nut­zungs­dau­er des Inter­nets bei Jugend­li­chen. Hier ist eine Stei­ge­rung der täg­li­chen Online-Nutzung von 131 Minu­ten (2011) auf 179 Minu­ten (2012) zu ver­zeich­nen. Der Groß­teil die­ser Zeit wird nach Anga­ben der Jugend­li­chen für den Bereich Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­wen­det, vor allem die Nut­zung von Online-Communities spielt dabei für vie­le eine zen­tra­le Rol­le. Eben­falls erheb­lich ange­stie­gen ist der Zugang zum Inter­net über Smart­pho­ne oder Han­dy. 73 Pro­zent der jugend­li­chen Inter­net­nut­zer haben in den 14 Tagen vor der Befra­gung das Inter­net über ihr Smart­pho­ne genutzt. Über die letz­ten Jah­re betrach­tet hat somit eine Ver­än­de­rung des Nut­zungs­ver­hal­tens statt­ge­fun­den, die geprägt ist von Mobi­li­tät und Par­al­lel­nut­zung meh­re­rer Medi­en.

Der zwei­te Teil der Ver­an­stal­tung wid­me­te sich dem aktu­el­len Stand der Jugend­schutz­pro­gram­me für das Inter­net. Der Lei­ter des Refe­rats Tech­ni­scher Jugend­schutz bei der Fach­stel­le Jugendschutz.net, Mark Bootz, infor­mier­te über Alters­ve­ri­fi­ka­ti­ons­sys­te­me und Jugend­schutz­pro­gram­me. Fra­gen zu deren Funk­ti­on, Zuver­läs­sig­keit und Hand­hab­bar­keit stan­den dabei im Vor­der­grund, aber auch Pro­ble­me bei Nut­zung und Ver­brei­tung wur­den erör­tert. Ein aktu­el­ler Fil­ter­test von Jugendschutz.net hat laut Bootz gezeigt, dass die Fil­ter noch nicht in der Lage sind mit Web 2.0‑Inhalten umzu­ge­hen. Auch sei noch kei­ne wesent­li­che Wei­ter­ent­wick­lung bei der Wirk­sam­keit der Fil­ter fest­zu­stel­len, die nach wie vor bei nur ca. 80 % lie­ge. „Eine Quo­te, die z. B. für Viren­schutz­pro­gram­me indis­ku­ta­bel wäre“, so Bootz. Aus Sicht des Jugend­schut­zes sei es außer­dem not­wen­dig, für eine Stan­dar­di­sie­rung von Jugend­schutz­pro­gram­men zu sor­gen, die für unter­schied­li­che End­ge­rä­te kon­fi­gu­riert wer­den könn­ten.

Der stell­ver­tre­ten­de Direk­tor der LMS, Dr. Jörg Ukrow, erläu­ter­te als Gast­ge­ber der Fach­ta­gung das Anlie­gen der LMS, neue Erkennt­nis­se der For­schung auf­zu­grei­fen, um bestehen­de Regu­lie­rung im Bereich des Jugend­schut­zes zu über­prü­fen und wei­ter zu ent­wi­ckeln. Ange­sichts eines seit 10 Jah­ren fast unver­än­der­ten Staats­ver­tra­ges zum Jugend­me­di­en­schutz sei eine Nach­steue­rung drin­gend gebo­ten. Dies betref­fe sowohl die Abgren­zung von Rund­funk und Tele­me­di­en als auch die Inpflicht­nah­me von Her­stel­lern und Platt­form­an­bie­tern. Zudem sei der Gesetz­ge­ber gefragt, die längst durch die Lebens­wirk­lich­keit über­hol­ten Alters­ein­stu­fun­gen des Jugend­schutz­ge­set­zes den Erkennt­nis­sen der Kinder- und Jugend­for­schung anzu­pas­sen. „Neben allen Bemü­hun­gen natio­na­ler Regu­lie­rung muss aber auch auf inter­na­tio­nal gül­ti­ge Schutz­stan­dards hin­ge­wirkt wer­den. Anbieter- und Erzie­hungs­ver­ant­wor­tung müs­sen dabei in einem Zusam­men­hang betrach­tet wer­den, neben Regu­lie­rung und Selbst­re­gu­lie­rung bleibt auch die För­de­rung von Medi­en­kom­pe­tenz eine wich­ti­ge gesell­schaft­li­che Auf­ga­be“, so Ukrow.

Die aktu­el­le JIM-Studie ist abruf­bar unter www.mpfs.de

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

Neuland oder Niemandsland? — Bürger und ihre Rechte im Netz

Saar­brü­cken, 15. Novem­ber 2013: Zahl­rei­che Gäs­ten aus Medi­en, Poli­tik, Hoch­schu­le und Gesell­schaft kamen am 13. Novem­ber 2013 auf Ein­la­dung des Saar­län­di­schen Rund­funks (SR) und der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) zur Ver­an­stal­tung „Wer herrscht im Neu­land? Ein Fach­dia­log über Netz­po­li­tik, Medi­en­macht und gesell­schaft­li­che Kon­trol­le“.

LMS-Direktor Dr. Gerd Bau­er erläu­ter­te in sei­ner Begrü­ßung die Moti­va­ti­on für die Ver­an­stal­tung. Ange­sichts einer kon­ver­gen­ten Medi­en­ent­wick­lung, neu­er poli­ti­scher und öko­no­mi­scher Macht­struk­tu­ren in der Medi­en­welt, der Bedeu­tung der Medi­en in Beruf und All­tag, der Ent­wick­lung der Bür­ger von rei­nen Rezi­pi­en­ten zu Medi­en­ak­teu­ren reich­ten nicht nur die Auf­ga­ben einer Medi­en­an­stalt viel wei­ter als frü­her. Auch die „Inter­es­sen der All­ge­mein­heit“, die die­se zu wah­ren hät­te, sei­en in die­ser ver­netz­ten Medi­en­welt tie­fer und weit­rei­chen­der betrof­fen als dies in der Ver­gan­gen­heit der Fall war. „Bei einer anste­hen­den Novel­lie­rung des Saar­län­di­schen Medi­en­ge­set­zes eben­so wie in den Staats­ver­trä­gen wird des­halb dar­auf zu ach­ten sein, die Auf­ga­ben von plu­ral ver­fass­ten und unab­hän­gi­gen Medi­en­an­stal­ten auch dahin­ge­hend zu for­mu­lie­ren, dass sie zum Instru­ment der kri­ti­schen gesell­schaft­li­chen Beglei­tung und Kon­trol­le der Medi­en­ent­wick­lun­gen tau­gen!“ Bezüg­lich der öko­no­mi­schen Nut­zung rie­si­ger Daten­men­gen (Big Data) und der Aus­wer­tung durch Drit­te sei zu fra­gen, ob die Aus­beu­tung die­ses Roh­stoffs nicht einer Lizenz bedür­fe und wer die­se ver­ge­ben und kon­trol­lie­ren sol­le. Zu hin­ter­fra­gen sei­en auch neue For­men der Medi­en­zen­sur, die bereits durch gro­ße inter­na­tio­na­le Akteu­re aus­ge­übt wür­den und kei­ner­lei gesell­schaft­li­cher Kon­trol­le unter­lä­gen.

Prof. Tho­mas Kleist, Inten­dant des Saar­län­di­schen Rund­funks, knüpf­te in sei­ner Key­note an die­se Fra­gen an: „Das Neu­land ist gren­zen­los. Der nor­ma­ti­ven Kraft der Tech­nik ist nur mit inter­na­tio­na­ler Zusam­men­ar­beit zu begeg­nen.“ Regu­lie­rungs­be­darf bestehe ins­be­son­de­re in den Berei­chen infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung, Schutz des geis­ti­gen Eigen­tums, Jugend­schutz, Netz­neu­tra­li­tät und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Zugang. Auf die­sen Bedarf müs­se abge­stuft und fle­xi­bel reagiert wer­den. Inter­netsper­ren aller­dings sei­en wegen ihres außer­or­dent­li­chen Miss­brauchs­po­ten­ti­als dabei völ­lig unge­eig­ne­te Maß­nah­men. Und schließ­lich blei­be beson­ders im Bereich des Schut­zes für Kin­der und Jugend­li­che ein erheb­li­cher Anteil an Eigen­ver­ant­wor­tung bei den Bür­gern selbst und stell­ten sich erheb­li­che Anfor­de­run­gen an die Medi­en­kom­pe­tenz. Als Inten­dant einer öffentlich-rechtlichen Rund­funk­an­stalt beton­te Kleist abschlie­ßend, dass auch in Zukunft genü­gend Raum blei­be für die tra­di­tio­nel­len audio­vi­su­el­len Medi­en. Die­sen bräch­ten die neu­en Mög­lich­kei­ten des Inter­nets mehr Chan­cen als Risi­ken.

In einer Podi­ums­dis­kus­si­on mit Dr. Con­stan­ze Kurz, Spre­che­rin des Cha­os Com­pu­ter Club, und Prof. Dr. Die­ter Dörr, Exper­te für Medien‑, Euro­pa und Völ­ker­recht, wur­den die von Bau­er und Kleist auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen ver­tieft:

Con­stan­ze Kurz und Die­ter Dörr waren sich in der Auf­fas­sung einig, dass auch für das Inter­net Bedarf an Regu­lie­rung bestehe. Sie dis­ku­tier­ten im Wesent­li­chen über deren Aus­rich­tung, Reich­wei­te und Umsetz­bar­keit.

Zur Aus­gangs­la­ge bemerk­te Con­stan­ze Kurz, dass sich die Poli­tik erst in den letz­ten Jah­ren netz­po­li­tisch ertüch­tigt habe. Medi­en­po­li­ti­sche Spre­cher wur­den eta­bliert, Kom­mis­sio­nen gebil­det und Exper­ten ein­ge­bun­den. Es sei aber auch fest­zu­stel­len, dass die Befas­sung mit Netz­po­li­tik in dem Maße zuge­nom­men habe, in dem wirt­schaft­li­che Inter­es­sen betrof­fen waren. Ent­spre­chend neh­me auch die Lob­by­ar­beit gro­ßer Play­er zu. Die Sicht der Macher und User ver­lie­re dem­ge­gen­über zuneh­mend an Gewicht.

Zur Sicht der Nut­zer stell­te Con­stan­ze Kurz fest, dass die­se sich oft hilf­los und ohn­mäch­tig gegen­über den glo­ba­len Play­ern fühl­ten und sich ihrer Macht als Kon­su­men­ten noch nicht bewusst sei­en. Hier müs­se ein Wan­del her­bei­ge­führt wer­den, der aller­dings lan­ge brau­chen wer­de. Kri­tik übte Frau Kurz auch am Ver­hal­ten der Medi­en in Fra­gen der Eigen­ver­ant­wor­tung und Netz­neu­tra­li­tät. Öffentlich-rechtliche und pri­va­te Ver­an­stal­ter dürf­ten sich nicht kri­tik­los in die Hän­de der Mono­po­lis­ten bege­ben, indem sie deren Platt­for­men nutz­ten und auf die Ent­wick­lung eige­ner Ange­bo­te ver­zich­te­ten. Es bestün­de sonst die Gefahr, dass man auch die Hoheit über eige­ne Inhal­te auf­ge­be.

In die­sem Zusam­men­hang ver­wies Con­stan­ze Kurz auch auf den durch Medi­en­un­ter­neh­men selbst aus­ge­üb­ten Ein­fluss auf die Zugäng­lich­keit von Infor­ma­tio­nen. Bei­spiels­wei­se ent­fer­ne Goog­le aus unter­schied­li­chen Grün­den (u.a. wegen staat­li­cher Inter­ven­tio­nen und Urhe­ber­recht) pro Jahr welt­weit 200 Mil­lio­nen Such­ein­trä­ge. Es sei zwin­gend not­wen­dig, dass man von Sei­ten der Regu­lie­rung hier für eine Offen­le­gung der Algo­rith­men sor­ge.

Die­ter Dörr erläu­ter­te eben­falls am Bei­spiel Goog­le die Not­wen­dig­keit regu­lie­ren­der Ein­grif­fe. Dabei müs­se ein inter­na­tio­na­ler Ansatz gewählt wer­den, der aber natio­na­le Ansät­ze nicht über­flüs­sig mache. Als Ana­lo­gie ver­wies er auf den Bereich des Urhe­ber­rechts. Eine wich­ti­ge Her­aus­for­de­rung läge in der Gewähr­leis­tung eines frei­en und selbst­be­stimm­ten Infor­ma­ti­ons­zu­gangs. Unter Hin­weis auf Goog­le mach­te er deut­lich, dass hier eine in ande­ren Berei­chen bis­her nicht gekann­te Markt­be­herr­schung vor­lie­ge, der unbe­dingt begeg­net wer­den müs­se. Über 90% der Nut­zer bedien­ten sich der Suche von Goog­le. Dabei agier­ten sie zumeist unkri­tisch, auch gegen­über hoch­pro­ble­ma­ti­schen Auto-Complete-Funktionen. „Erhal­te ich das, was ich suche oder das, was Goog­le als wich­tig erscheint?“ Dörr unter­stütz­te im Hin­blick auf die Infor­ma­ti­ons­frei­heit die For­de­rung von Con­stan­ze Kurz nach Offen­le­gungs­pflich­ten. Ange­sichts der mehr als markt­be­herr­schen­den Stel­lung und da Goog­le auch noch selbst zum Inhal­te­an­bie­ter wer­de, müss­ten Miss­brauch ver­hin­dert und Trans­pa­renz gefor­dert wer­den.

Auf natio­na­ler und euro­päi­scher Ebe­ne müs­se man auf grund­le­gen­den Wer­ten und Rech­ten behar­ren. „Jugend­schutz, Grund­rech­te, Urhe­ber­recht und Kar­tell­recht gel­ten auch im Inter­net. An unse­ren Wer­ten müs­sen wir fest­hal­ten, auch wenn wir sie inter­na­tio­nal nicht in vol­lem Umfang durch­set­zen kön­nen“, so Dörr.

In ihren abschlie­ßen­den State­ments beton­ten Bau­er und Kleist den Zusam­men­hang von Kul­tur und Medi­en. Auf natio­na­ler aber auch auf euro­päi­scher Ebe­ne müs­se Deutsch­land immer wie­der den gesellschaftlich-kulturellen Mehr­wert von Medi­en beto­nen. Die­se dürf­ten nicht als rei­nes Wirt­schafts­gut betrach­tet wer­den.

Eine Zusam­men­fas­sung des von Tho­mas Bimes­dör­fer mode­rier­ten Fach­dia­logs wird am Frei­tag, 3. Janu­ar 2014, ab 19.15 Uhr in der Sen­dung Dis­kurs auf SR2 Kul­tur­Ra­dio aus­ge­strahlt.

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

 

 

 

 

 

Eigene Gattung – eigene Regulierung? — Gemeinsame Tagung von deutschen Medienanstalten und österreichischer RTR-GmbH beleuchtet Zukunft des Radios

Berlin/Wien, 13. 11. 2013: Als einen „Ort der Begeg­nung“ beschrieb der Bot­schaf­ter der Repu­blik Öster­reich, Dr. Ralph Schei­de, die Öster­rei­chi­sche Bot­schaft in Ber­lin bei der Ver­an­stal­tung „Eige­ne Gat­tung, eige­ne Regu­lie­rung? – Hör­funk vor der Her­aus­for­de­rung Kon­ver­genz“, zu der die öster­rei­chi­sche Medi­en­auf­sicht der Rund­funk und Tele­kom Regulierungs-GmbH mit ihrem Geschäfts­füh­rer Dr. Alfred Grinschgl und der Hör­funk­be­auf­trag­te der Direk­to­ren­kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­me­di­en­an­stal­ten, Dr. Gerd Bau­er, am Mon­tag ein­ge­la­den hat­ten.

Hörfunk-Experten aus Öster­reich, Deutsch­land und der Schweiz tra­fen dort zusam­men, um über die wei­te­re Ent­wick­lung des digi­ta­len Radi­os und über aktu­el­le Regu­lie­rungs­an­ge­le­gen­hei­ten für den Hör­funk zu bera­ten. Zen­tra­le The­men waren dabei die Fra­ge nach einem Ter­min für die Abschal­tung des ana­lo­gen UKW-Radios sowie nach dem Bedarf für einen eigen­stän­di­gen Hörfunk-Rechtsrahmen auf natio­na­ler und euro­päi­scher Ebe­ne.

Auch mehr als zwei Jah­re nach dem Neu­start des digi­ta­len Hör­funks in Deutsch­land über DAB+ sind noch nicht alle Hör­funk­ver­an­stal­ter von einem Umstieg auf die digi­ta­le Rund­funk­über­tra­gung über­zeugt. Als digi­ta­le Alter­na­ti­ve wird ver­ein­zelt auch die Über­tra­gung via Inter­net genannt, die jedoch bei mas­sen­haf­ter Nut­zung als unwirt­schaft­lich gilt. Eine zeit­na­he Abschal­tung des ana­lo­gen UKW-Hörfunks betrach­tet ein Teil der Ver­an­stal­ter skep­tisch.

Anders als in Deutsch­land und der Schweiz ist in Öster­reich digi­ta­ler Hör­funk noch nicht ver­füg­bar. Aller­dings befin­det sich ein Test­be­trieb im Raum Wien in Pla­nung und könn­te im ers­ten Quar­tal 2014 star­ten. Vor­aus­set­zung für einen Regel­be­trieb von digi­ta­lem Hör­funk in Öster­reich ist nach Ansicht von Dr. Alfred Grinschgl, Geschäfts­füh­rer des Fach­be­reichs Medi­en der RTR-GmbH, ein akkor­dier­tes Vor­ge­hen der Markt­teil­neh­mer: „Ich bin davon über­zeugt, dass das digi­ta­le Radio in Öster­reich nur dann erfolg­reich sein kann, wenn alle Hör­funk­ver­an­stal­ter, also die Pri­va­ten sowie der ORF, dies gemein­sam wol­len und vor­an­trei­ben“, so Grinschgl. „Ein unein­heit­li­ches Vor­ge­hen wird die Kon­su­men­ten ver­un­si­chern und letzt­lich von ihnen auch nicht akzep­tiert wer­den.“ Gemein­sam mit der Gerä­te­in­dus­trie soll­te ein attrak­ti­ves Ange­bot geschnürt wer­den, das auch visu­ell nutz­ba­re Zusatz­diens­te und ent­spre­chen­de Gerä­te mit Dis­plays ent­hal­ten soll­te, um den Mehr­wert des digi­ta­len Hör­funks für die Ver­brau­cher greif­bar zu machen, so Grinschgl.

Grund­sätz­lich zuver­sicht­lich für eine digi­ta­le Zukunft des Hör­funks auch in Öster­reich zeig­te sich Mag. Micha­el Ogris, Vor­sit­zen­der der Regu­lie­rungs­be­hör­de Kom­m­Aus­tria: „Die Fra­ge ist aus mei­ner Sicht nicht mehr, ob digi­ta­ler Hör­funk in Öster­reich kommt. Die Fra­ge ist eher die nach dem geeig­ne­ten Zeit­punkt, denn ein klei­ne­rer Markt wie der unse­re wird beob­ach­ten müs­sen, wie sich das digi­ta­le Radio in den grö­ße­ren Nach­bar­staa­ten ent­wi­ckelt.“

Dr. Gerd Bau­er, Hör­funk­be­auf­trag­ter der Direk­to­ren­kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­me­di­en­an­stal­ten, sieht auch Poli­tik und Regu­lie­rung in der Pflicht: „Die Abkehr von der ana­lo­gen Ter­re­strik im Fern­seh­be­reich wäre ohne die Rege­lun­gen der EU zur Inter­ope­ra­bi­li­tät von Fern­seh­ge­rä­ten nicht mög­lich gewe­sen. Ich plä­die­re des­halb seit lan­gem für eine Über­tra­gung die­ses tech­no­lo­gie­för­dern­den Regu­lie­rungs­an­sat­zes der EU auf den Hör­funk“. Dar­über hin­aus sprach er sich mit Blick auf eine Stär­kung der gesam­ten Gat­tung Hör­funk für den Über­gang von einer Lizen­sie­rungs­pflicht für die Hör­funk­ver­an­stal­ter zum blo­ßen Anzei­ge­ver­fah­ren sowie für eine kla­re Erwei­te­rung der Mög­lich­kei­ten von Hör­funk­ver­an­stal­tern bei Wer­bung und Spon­so­ring aus.

Auch Dr. Jür­gen Braut­mei­er, Vor­sit­zen­der der Direk­to­ren­kon­fe­renz der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten, warn­te davor, sich bei der Dis­kus­si­on über die Zukunft von Radio ledig­lich auf eine Dis­kus­si­on über den Ver­brei­tungs­weg zu beschrän­ken. „Es bedarf einer Gesamt­stra­te­gie für den digi­ta­len Hör­funk, bei deren Ent­wick­lung die Medi­en­an­stal­ten ger­ne eine Mode­ra­to­ren­rol­le über­neh­men wer­den“.

An der hoch­ka­rä­tig besetz­ten Tagung nah­men als wei­te­re Refe­ren­ten ORF-Hörfunkdirektor Mag. Karl Amon, der stellv. Geschäfts­füh­rer der BLM Johan­nes Kors, TKLM-Mitglied Dr. Til­man Lang, Boris Locht­ho­fen, stellv. Vor­sit­zen­der der APR, Mag. Peter Matz­nel­ler, stv. Geschäfts­füh­rer des EMR, Mar­cel Reg­not­to, Lei­ter der Sek­ti­on „Medi­en“ des Schwei­zer BAKOM, der Geschäfts­füh­rer der Digi­tal­ra­dio Deutsch­land GmbH Wil­li Schrei­ner, Klaus Schunk, Vize­prä­si­dent des VPRT, DeutschlandRadio-Intendant Dr. Wil­li Steul, Wolf­gang Stru­ber, Vor­stands­mit­glied des Ver­eins Digi­tal­ra­dio Öster­reich, Mag. Micha­el Wagen­ho­fer, Geschäfts­füh­rer des Sen­der­netz­be­trei­bers ORS sowie als Mode­ra­tor Stef­fen Grim­berg, Redak­teur des Medi­en­ma­ga­zins ZAPP, NDR, teil.

Die Rede­bei­trä­ge von Dr. Schei­de, Dr. Grinschgl und Dr. Bau­er sind unter www.lmsaar.de abruf­bar.

 

Kon­takt für Rück­fra­gen:

 

Andre­as Kunigk                                                                                                Vio­la Betz

Rund­funk und Tele­kom Regulierungs-GmbH                                            Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land

Maria­hil­fer Stra­ße 77–79, 1060 Wien                                                           Nell-Breuning-Allee 6, 66115 Saar­brü­cken

Tel: +43 1 58058 168                                                                                       Tel: +49 681 3 89 88 11

Email: andre­as [dot] kunigk [at] rtr [dot] at                                                                         Email: betz [at] lmsaar [dot] de

Informationen zum laufenden Ermittlungsverfahren gegen Dr. Gerd Bauer

Saar­brü­cken, 08. Novem­ber 2013: Die Kri­mi­nal­po­li­zei hat am heu­ti­gen Frei­tag­vor­mit­tag im Auf­trag der Staats­an­walt­schaft Saar­brü­cken die Geschäfts­räu­me der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) durch­sucht. Gegen­stand sind die seit län­ge­rem bekann­ten Ermitt­lun­gen bezüg­lich Vor­teils­nah­me gegen Dr. Gerd Bau­er.

Hier­bei wird Dr. Bau­er beschul­digt, als Direk­tor der Lan­des­me­di­en­an­stalt und Geschäfts­füh­rer der Saar­land Film GmbH in den Jah­ren 2011 und 2012 von vier Pri­vat­sen­dern die Zah­lung von Gel­dern dafür gefor­dert und teil­wei­se erhal­ten zu haben, indem er die Ver­ga­be von ana­lo­gen Kabel­plät­zen für die Wei­ter­ver­brei­tung der Pro­gram­me der Sen­der im Saar­land durch die LMS unzu­läs­si­ger­wei­se ver­trag­lich mit Zuwen­dun­gen an die Saar­land Film GmbH zum Zwe­cke der Film­för­de­rung ver­knüpft hat­te bzw. ver­knüp­fen woll­te.

Dr. Gerd Bau­er erklärt in die­sem Zusam­men­hang: „Die von der Staats­an­walt­schaft erho­be­nen Vor­wür­fe sind mei­ner Mei­nung nach recht­lich im Sin­ne des Saar­län­di­schen Medi­en­ge­set­zes nicht halt­bar. Dar­auf habe ich bereits mehr­fach hin­ge­wie­sen.“ Erwei­tert wur­de das Ermitt­lungs­ver­fah­ren um den Vor­wurf der Untreue. Im Auf­trag der Staats­an­walt­schaft wer­den Aus­ga­ben nach­ge­prüft, die mit der Kre­dit­kar­te der Saar­land Film GmbH bezahlt wur­den. Den Vor­gän­gen lie­gen Auf­ga­ben der Saar­land Film GmbH zugrun­de – unter ande­ren Dienst­rei­sen von Mit­ar­bei­tern zur Betreu­ung eines Infor­ma­ti­ons­stan­des wäh­rend der Film­fest­spie­le in Can­nes bzw. Geträn­ke­rech­nun­gen für Ver­an­stal­tun­gen der Gesell­schaft. Die Vor­gän­ge sind abso­lut trans­pa­rent und nach­voll­zieh­bar und sind nicht geeig­net, einen wie auch immer gear­te­ten Vor­wurf zu kon­stru­ie­ren.

Aus­drück­lich stellt LMS Direk­tor und Saar­land Film Geschäfts­füh­rer Dr. Bau­er klar, dass selbst­ver­ständ­lich die­se juris­ti­schen Per­so­nen aber auch er alles unter­neh­men wird, um den Sach­ver­halt auf­zu­klä­ren. „Inso­fern waren wir über­rascht, dass die Staats­an­walt­schaft von unse­rem Koope­ra­ti­ons­an­ge­bot kei­nen Gebrauch gemacht hat.“, so Dr. Gerd Bau­er, Direk­tor der Lan­des­me­di­en­an­stalt und Geschäfts­füh­rer der Saar­land Film GmbH.

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

Mädchenmedien… oder Medienmädchen? — Fachtagung von LMS und Fachstelle Mädchenarbeit Saarland

Saar­brü­cken, 08. Novem­ber 2013: Auf­wach­sen in der heu­ti­gen Medi­en­welt bedeu­tet für Mäd­chen und jun­ge Frau­en, stän­dig mit einer Viel­zahl weib­li­cher Rollen(vor)bilder kon­fron­tiert zu wer­den. Im Fern­se­hen, in Zeit­schrif­ten, Wer­bung, Com­pu­ter­spie­len oder auch in Sozia­len Netz­wer­ken begeg­nen ihnen Frau­en­bil­der, die sie bewun­dern und denen sie nach­ei­fern wol­len.

Im Rah­men der Fach­ta­gung „Mäd­chen­me­di­en? Medi­en­mäd­chen? Ent­wick­lung weib­li­cher Iden­ti­tät“ der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) und der Fach­stel­le Mäd­chen­ar­beit Saar­land des PARI­TÄ­Ti­schen Bil­dungs­werks ver­mit­tel­te Gast­red­ne­rin Dr. Maya Götz, Lei­te­rin des Inter­na­tio­na­len Zen­tral­in­sti­tuts für das Jugend- und Bil­dungs­fern­se­hen, den anwe­sen­den Päd­ago­gin­nen und Päd­ago­gen jede Men­ge aktu­el­le, span­nen­de und höchst auf­schluss­rei­che Erkennt­nis­se über medi­al ver­mit­tel­te Vor­bil­der für Mäd­chen.

Dr. Götz, bun­des­weit renom­mier­te Wis­sen­schaft­le­rin auf dem Gebiet der geschlech­ter­spe­zi­fi­schen Medi­en­wir­kungs­for­schung, brach­te in ihrem Gast­vor­trag ein­drucks­voll und mit vie­len visu­el­len Bei­spie­len zur Spra­che, wel­che Aus­wir­kun­gen die geweck­ten Sehn­süch­te und Bedürf­nis­se auf die Iden­ti­täts­ent­wick­lung von Mäd­chen und jun­gen Frau­en haben kön­nen. „Jun­ge Mäd­chen wer­den immer noch all­zu oft auf ihr Äuße­res redu­ziert. Das weib­li­che Rol­len­mo­dell ist nie wirk­lich auf­ge­ge­ben wor­den, aber mitt­ler­wei­le steu­ert die Öffent­lich­keit auch nicht mehr genug ent­ge­gen.“ mahn­te Frau Dr. Götz eine inten­si­ve­re gesell­schaft­li­che Debat­te an.

Die LMS hat die gesetz­li­che Auf­ga­be, den akti­ven und bewuss­ten Umgang mit Medi­en­in­hal­ten zu för­dern. Die Vor­bil­der aus den Medi­en zei­gen ein oft über­sti­li­sier­tes weib­li­ches Ide­al­bild, das es jun­gen Mäd­chen schwer macht, ein rea­lis­ti­sches Selbst­bild zu ent­wi­ckeln“, so Karin Bickel­mann, Lei­te­rin der Abtei­lung Medi­en­kom­pe­tenz. „Mit der Fach­ta­gung unter­stützt die LMS Fach­kräf­te aus der Jugend- und Mäd­chen­ar­beit im Saar­land dar­in, Her­an­wach­sen­de im Hin­blick auf ihre media­len Erleb­nis­se bei ihrer geschlecht­li­chen Ori­en­tie­rung und Sozia­li­sa­ti­on fach­ge­recht zu beglei­ten.“

Wir freu­en uns, dass es uns mit Hil­fe der LMS gelun­gen ist, eine so hoch­wer­ti­ge Fach­ta­gung für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in der Mäd­chen­ar­beit im Saar­land zu orga­ni­sie­ren“, erklärt H. Jür­gen Stup­pi, Geschäfts­füh­rer des PARI­TÄ­Ti­schen Bil­dungs­werks Lan­des­ver­band Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. „Wir hof­fen, dass die erstell­te und bei uns erhält­li­che Hand­rei­chung mit guten Bei­spie­len aus der Pra­xis Mut zur Nach­ah­mung macht, um die wich­ti­ge Medi­en­ar­beit für und mit Mäd­chen nach­hal­tig zu ver­an­kern.“

 

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Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

Manuel Andrack unterstützt Patenschaften — Ehrenamtliches Engagement zur Förderung der Internetkompetenz

Saar­brü­cken, den 07. Novem­ber 2013: Zum offi­zi­el­len Start der Inter­net­pa­ten­schaf­ten, initi­iert von „Onliner­land Saar“, begrüß­ten Manu­el Andrack und Dr. Gerd Bau­er, Vor­sit­zen­der des Medi­en­Netz­werk Saar­Lor­Lux e.V. und Direk­tor der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land, saar­län­di­sche Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die Neu­lin­ge ehren­amt­lich auf dem Weg ins Inter­net unter­stüt­zen wol­len.

Wahl-Saarländer Manu­el Andrack begrüßt das Enga­ge­ment der Pri­vat­per­so­nen: „Aus mei­ner lang­jäh­ri­gen Fernseh- und Rund­fun­kerfah­rung weiß ich, wie wich­tig es ist, sich zeit­nah und orts­un­ab­hän­gig zu infor­mie­ren. Das Inter­net bie­tet gera­de für älte­re Nut­ze­rin­nen und Nut­zer eine Fül­le von unge­ahn­ten Mög­lich­kei­ten, daher freue ich mich, den Pro­jekt­start „Inter­net­pa­ten­schaf­ten“ aktiv beglei­ten zu kön­nen. Per­sön­lich wer­de ich den Paten­kin­dern mei­nen Wan­der­blog ans Her­zen legen, dem noch ein paar saar­län­di­sche Ein­trä­ge feh­len.“

Dr. Gerd Bau­er dankt Manu­el Andrack für die pro­mi­nen­te Unter­stüt­zung. „Wir sind sehr froh, mit Manu­el Andrack nicht nur einen beken­nen­den Saarland-Fan, son­dern einen akti­ven Inter­net­ma­cher gefun­den zu haben, der Inter­net­neu­lin­gen mit sei­nen erfri­schen­den Blog-Einträgen eine idea­le Platt­form zum Erkun­den des welt­wei­ten Net­zes bie­tet und Lust auf mehr Inter­net macht.“

Wäh­rend der Inter­net­pa­ten­schaf­ten ste­hen erfah­re­ne Inter­net­nut­zer (die Paten) Inter­net­neu­lin­gen (den Paten­kin­dern) beim Ken­nen­ler­nen des Inter­nets bera­tend zur Sei­te und lei­ten sie im Umgang mit dem Gerät an. Dadurch ist es Senio­rin­nen und Senio­ren mög­lich, das Inter­net nicht in Kur­sen an frem­den Com­pu­tern zu erkun­den, son­dern in gewohn­ter Atmo­sphä­re am eige­nen Gerät.

Inter­es­sier­te Paten und Paten­kin­der kön­nen sich in der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land tele­fo­nisch unter der 0681 / 3 89 88 10 oder per Mail an die info [at] onlinerland-saar [dot] de mel­den.

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin

Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

An die Tablets, fertig, los! Mobiles Lernen im Klassenzimmer — Landesmedienanstalt Saarland bietet Tablet-Projekte für Schulklassen

Saar­brü­cken, 14. Okto­ber 2013: Beliebt­heit und Nut­zung von Tablets und Smart­pho­nes stei­gen stän­dig, ihre mul­ti­me­dia­len Mög­lich­kei­ten fas­zi­nie­ren: Musik, Foto- und Fil­me­samm­lung, Inter­net­zu­gang, Ver­bin­dung zu Freun­den, Foto- und Video­ka­me­ra. Die Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land star­tet des­halb das Pro­jekt „MobiPaed@Schule“ und bie­tet saar­län­di­schen Schul­klas­sen die Durch­füh­rung von Medi­en­pro­jek­ten mit 30 von der Fir­ma Sam­sung für ein Schul­jahr zur Ver­fü­gung gestell­ten Tablet-Geräten an.

Durch das Pro­jekt „MobiPaed@Schule“ wer­den im Unter­richt viel­fäl­ti­ge Ein­satz­mög­lich­kei­ten die­ser mobi­len Alles­kön­ner krea­tiv beleuch­tet, Lern­zie­le zeit­ge­mäß und schü­ler­ori­en­tiert ver­mit­telt sowie krea­ti­ves Pro­du­zie­ren unter Beach­tung recht­li­cher Aspek­te ermög­licht und erprobt. Die Schü­ler reflek­tie­ren mit Hil­fe der Pro­jek­te ihre eige­nen Nut­zungs­mus­ter und ihre Medi­en­kom­pe­tenz im Umgang mit ihren pri­va­ten Gerä­ten wird nach­hal­tig geför­dert.

Ab sofort kön­nen alle saar­län­di­schen Schu­len Tablet-Projekte für ihre Klas­sen bei der LMS abru­fen. Die LMS berät die Schu­len inhalt­lich und ver­mit­telt eine Fach­kraft, die das Schü­ler­pro­jekt vor Ort an der Schu­le durch­führt. Pro Schul­jahr und Schu­le kann eine Ver­an­stal­tung kos­ten­frei abge­ru­fen wer­den. Die Band­brei­te an abruf­ba­ren Tablet­pro­jek­ten reicht dabei vom Video- oder Trick­film­dreh über das Erstel­len von Fotosto­ries und Hör­spie­len bis hin zum Umgang mit Social Media-Anwendungen wie Face­book oder You­Tube.

Der schü­ler­ori­en­tier­te, krea­ti­ve Medi­en­ein­satz im Unter­richt und die nach­hal­ti­ge För­de­rung von Medi­en­kom­pe­tenz ste­hen für uns bei die­sem Pro­jekt im Vor­der­grund.“ so Dr. Gerd Bau­er, Direk­tor der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land. „Tablets bie­ten die Mög­lich­keit zu mul­ti­me­dia­lem, inter­ak­ti­vem und kol­la­bo­ra­ti­vem Ler­nen und erwei­tern bereits bestehen­de Lern­räu­me. Wir freu­en uns, das The­ma Mobi­les Ler­nen im Saar­land wei­ter vor­an brin­gen zu kön­nen und Schu­len bei der För­de­rung von Medi­en­kom­pe­tenz aktiv zu unter­stüt­zen und zu beglei­ten“.

Inter­es­sier­te Schu­len, die ger­ne ein Tablet-Projekt durch­füh­ren wol­len, kön­nen sich unter www.mkz.LMSaar.de/schulen infor­mie­ren oder sich tele­fo­nisch unter 0681 / 3 89 88–12 bei der LMS bera­ten las­sen.

Foto: LMS-Direktor star­tet das Tablet-Projekt für Schü­ler

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Vio­la Betz

Pres­se­spre­che­rin / Lei­te­rin des Büros des Direk­tors

10 Jahre Internet-ABC – auch im Saarland profitieren Grundschüler — Landesmedienanstalt und Bildungsministerium verteilen Medienkompetenzbroschüren

Saar­brü­cken, 25. Sep­tem­ber 2013: Anläss­lich der dies­jäh­ri­gen Ver­teil­ak­ti­on der Bro­schü­ren „Wis­sen wie´s geht! Zei­gen wie´s geht!“ (Internet-ABC e.V.) und „FLIMMO“ (Pro­gramm­be­ra­tung für Eltern e.V.) beglück­wünscht der Direk­tor der Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land, Dr. Gerd Bau­er, das Pro­jekt „Internet-ABC“ zum 10-jährigen Jubi­lä­um: „Der Erfolg des Pro­jekts, das sich sehr früh damit befass­te, Kin­dern, Eltern und Päd­ago­gen den sinn­vol­len Umgang mit dem Inter­net zu ver­mit­teln, spricht für sich. Ich bin stolz dar­auf, dass die LMS der Initia­ti­ve bereits als Grün­dungs­mit­glied ange­hört.“

Saar­län­di­sche Grund­schü­le­rin­nen und Grund­schü­ler erhal­ten jähr­lich in den ers­ten Schul­mo­na­ten gemein­sam von Lan­des­me­di­en­an­stalt Saar­land (LMS) und Minis­te­ri­um für Bil­dung und Kul­tur die Bro­schü­ren „FLIMMO“ sowie „Wis­sen wie’s geht! Zei­gen wie’s geht!“

Die drei Mal jähr­lich erschei­nen­de Bro­schü­re FLIMMO ist ein Pro­gramm­rat­ge­ber für Eltern mit Tipps zur Fern­se­her­zie­hung. Sen­dun­gen, die bei Kin­dern zwi­schen 3 und 13 Jah­ren beliebt sind, wer­den kurz im Hin­blick auf Inhal­te bespro­chen und ent­spre­chend kate­go­ri­siert.

Das Online-Portal „Internet-ABC“ ver­mit­telt Kin­dern von sechs bis zwölf Jah­ren den siche­ren und bewuss­ten Umgang mit dem Medi­um Inter­net. Nicht nur für Kin­der, son­dern auch für Eltern und Päd­ago­gen ist es das Ein­stiegs­por­tal für Fra­gen zum The­ma Inter­net. Der Leit­fa­den „Wis­sen wie’s geht! Zei­gen wie’s geht!“ zeigt, wie sie gemein­sam mit ihrem Nach­wuchs das Inter­net erkun­den kön­nen. Das Pro­jekt „Internet-ABC“ steht unter der Schirm­herr­schaft der Deut­schen UNESCO-Kommission.

Bei­de Bro­schü­ren kön­nen kos­ten­frei bei der Lan­des­me­di­en­an­stalt ange­for­dert wer­den (Tel.: 0681 / 3 89 88–12; E‑Mail: mkz [at] LMSaar [dot] de).

 

Kon­takt für Pres­se­an­fra­gen:

Micha­el Scholl

Ver­wal­tungs­lei­ter